Nach der Erhöhung der Grunderwerbsteuer für Luxushäuser (Impuesto de Transmisiones Patrimoniales, ITP) auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln steigt zum neuen Jahr voraussichtlich auch die gleichzeitig anfallende Stempelsteuer (Actos Jurídicos Documentados, AJD). Das sieht ein gemeinsamer Antrag der Parteien der Linksregierung zum Balearen-Haushalt für das kommende Jahr vor.

Erhöhung ab Immobilienwert von einer Million Euro

Der Steuersatz klettert demnach ab einem Kaufpreis von mehr als einer Million Euro von 1,5 auf 2 Prozent. Gleichzeitig senke man die Sätze beider Abgaben im Fall von Häusern, deren Kaufpreis unter 270.000 Euro liege, betont ein Sprecher des balearischen Finanzministeriums gegenüber der Mallorca Zeitung.

Hintergrund der Initiative ist die Debatte um Wohnungsnot und Gentrifizierung auf Mallorca, in deren Rahmen auch über ein Limit für den Hauskauf durch Nichtresidenten debattiert wird.

Kritik von Immobilienmaklern

Kritik kommt vom Verband Internationaler Immobilienmakler ABINI. Präsident Hans Lenz verweist gegenüber der MZ darauf, dass die höhere Steuer nicht nur vermögende Ausländer, sondern auch viele Spanier und etwa auch Bauträger treffe. Die Abgabe falle schließlich nicht nur beim Hauskauf an, sondern auch bei anderen Einträgen ins Grundbuch.

Zuletzt war entschieden worden, dass die Grunderwerbsteuer bei Immobilienkäufen für Häuser und Wohnungen ab einem Kaufpreis von einer Million Euro von derzeit 11,5 Prozent auf 12 Prozent steigen soll. Kostet die Immobilie mehr als zwei Millionen Euro, sind künftig 13 Prozent Grunderwerbsteuer zu entrichten. /ff