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Mallorca Zeitung

Einmal im Astronautenstuhl: So ist die Ausstellung "Apollo 11" im CaixaForum in Palma de Mallorca

Die Ausstellung „Apollo 11“ im CaixaForum in Palma nimmt die Besucher mit auf die erste Mondlandung. Raumfahrt soll hier mit einer VR-Brille und einer leeren Plastikflasche begreifbar gemacht werden

Die Ausstellung im CaixaForum gibt einen Einblick, wie die erste Mondlandung ablief. | FOTO: JAUME GUAL

Überall Schalter und Knöpfe, direkt neben dem Sitz ein Hebel zum Steuern. Sonst ist der Raum eher trist. Alles grau, funktional. Aus dem kleinen Fenster in der Wand ist nur Schwärze zu sehen. Der Sitz ist eher Campingstuhl als Pilotensessel, kann aber immerhin in eine liegende Position gebracht werden. Das ist hilfreich, wenn man sich tagelang kaum vom Platz bewegen kann. Unglaublich, dass vor mehr als 50 Jahren Menschen in einem solchen Raum zum Mond geflogen sind.

Im CaixaForum in Palma hat am Mittwoch (15.6.) die Ausstellung „Apollo 11“ eröffnet. Mit der Schau wird an den ersten Flug zum Mond im Jahr 1969 erinnert, gleichzeitig geht es auch um die Zeit davor und danach. Wer will, kann innerhalb der Ausstellung mittels VR-Brille in der Kommandozentrale des Raumschiffs Apollo sitzen und sich umsehen.

Ausstellung soll Star-Wars-Problem beheben

Die Wanderausstellung wurde 2019 im CaixaForum in Barcelona eröffnet, um 50 Jahre Mondlandung zu feiern. Konzipiert wurde sie von dem Wissenschaftler Rafael Clemente, der die Presse vor der Eröffnung in Palma herumführte. Die Ausstellung sei zum einen dafür gedacht, die „Alten“, die die Mondlandung erlebt hätten, in diese Zeit zurückzuversetzen. „Ich kann mich noch genau daran erinnern, als es im Fernsehen hieß, dass die Astronauten die Umlaufbahn des Mondes verlassen. Ich konnte nur eines denken: Sie landen gerade wirklich auf dem Mond“, erzählt er. Wer nicht dabei gewesen sei, könne bei der Schau etwas über das geschichtliche Ereignis lernen. „Vor allem kann aber ein Lehrer damit Interesse für Wissenschaft wecken“, sagt Clemente. Er hofft, einen Gegenpol zu „Star Wars“ und anderen unwissenschaftlichen Weltraumwelten zu stellen und auch beim Argumentieren gegen Verschwörungstheoretiker zu helfen.

Edwin „Buzz“ Aldrin betritt den Mond. | FOTO: NASA

Um die Geschichte und die Wissenschaft dahinter begreifbarer zu machen, bietet die Ausstellung unterschiedliche Elemente zum Mitmachen. Außer der VR-Brille gibt es zum Beispiel einen Tisch mit einem digitalen Mondmodell, mit dem bis ins kleinste Detail alle Krater und Unebenheiten des Himmelskörpers untersucht werden können. Mithilfe einer Plastikflasche, Wasser und Luftdruck soll ein paar Tische weiter die Funktionsweise einer Rakete erklärt werden. Es gibt Videos, die zeigen, wie Astronauten leben, vom Schlafen bis zum Zähneputzen, ergänzt mit verschiedenen Ausstellungsgegenständen wie Weltraum-Cola (und Weltraum-Pepsi), die das Leben im All nahbar machen.

Nach Neil Armstrong und Buzz Aldrin 1969 sind nur zehn weitere Männer auf dem Mond spaziert. Die letzte Mondlandung ist fast 50 Jahre her. Doch die Ausstellung im CaixaForum beschäftigt sich auch mit Fragen der Zukunft, zum Beispiel, wie eine Forschungsstation auf dem Mond gebaut werden könnte.

Ausstellung "Apollo 11"

Ort: CaixaForum, Plaça de Weyler, 3. 07001 Palma

Öffnungszeiten: täglich 10 bis 20 Uhr

Eintrittspreis: 6 Euro, für Caixa-Kunden und Kinder unter 16 kostenlos

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