In Mülleimern, in Büschen oder unter Zäunen. Die Dealer in der sogenannten Schinkenstraße an der Playa de Palma versteckten die Drogen an öffentlichen Orten, um nicht mit dem Rauschgift erwischt zu werden. Nun hat die Nationalpolizei in Zusammenarbeit mit der Ortspolizei von Palma im Rahmen der sogenannten "Operation Container" neun von ihnen festgenommen. Zuvor hatten sich die Beschwerden von Anwohnern, Ladenbesitzern und Hoteliers an der Playa de Palma gehäuft. An der Partymeile wird ansonsten in rauen Mengen Alkohol konsumiert.

Drogendealer gaben sich als Straßenhändler aus

Die Festgenommenen sind zwischen 26 und 58 Jahre alt. Um sie zu identifizieren, waren die Ermittler zunächst in Zivil unterwegs. So sollen sie auf mehrere Straßenhändler aufmerksam geworden sein, die zwar auch Schmuck und Souvenirs verkauften, aber den zahlreichen Partyurlaubern auch häufig Marihuana, Haschisch, MDMA und Kokain anboten.

Die mutmaßlichen Dealer hatten die Drogen laut der Polizei in kleine Tütchen aufgeteilt und in diversen Verstecken deponiert. Die daran interessierten Urlauber mussten, nachdem sie mit den Verkäufern handelseinig geworden waren, erst einmal darauf warten, dass der Stoff geholt wurde.

Razzia in der Schinkenstraße: halbes Kilo Rauschgift beschlagnahmt

Am Donnerstag (16.6.) schlugen dann fünfzig von Drogenspürhunden begleitete Polizisten bei einer Razzia rund um die Schinkenstraße zu und nahmen die neun mutmaßlichen Dealer fest. In den Verstecken fanden sie unter anderem 250 Gramm Marihuana, 90 Beutel Kokain und mehr als 300 MDMA-Pillen. Außerdem beschlagnahmten sie Haschisch, Potenzmittel und sechs Tütchen mit Heroin. Insgesamt waren es etwa 950 Dosen. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, weitere Festnahmen sind nicht ausgeschlossen. /mwp