Der Fall um den in der Sommerschule in Lloseta auf Mallorca gemobbten Jungen hat im Internet eine Welle der Solidarität ausgelöst, die über die Grenzen Mallorcas und sogar Spaniens hinausgeht. In unzähligen Videos wünschten Internetnutzer dem Elfjährigen alles Gute zum Geburtstag und drückten ihm ihre Unterstützung aus. Teilweise kamen die Videos aus lateinamerikanischen Ländern wie Argentinien und Mexiko.

Auch zahlreiche Stars schlossen sich den Wünschen an, darunter Atlético-Madrid-Stürmer Antoine Griezmann, Pop-Sängerin Aitana und der bekannte Youtuber und Streamer Ibai Llanos. Greizmann lud den Kleinen zu einem Atlético-Madrid-Spiel ins Stadion ein, Aitana bot ihm ebenfalls Karten für eines ihrer Konzerte an.

Izan meldet sich selbst zu Wort

Mittlerweile hat sich der Junge, dessen Namen mit Izan angegeben wird, selbst zu Wort gemeldet. In einem Video, das in den sozialen Netzwerken verbreitet wurde, dankte er für die vielen Wünsche. Zugleich nutzte er die Gelegenheit, um anderen Kindern, die in der Schule gemobbt werden, Mut zu machen. "Hört nicht auf sowas. Und wenn es wieder passiert, hört weiter nicht darauf. Ihr werdet schon die richtigen Maßnahmen ergreifen."

Der Fall Izan war am Donnerstag (1.9.) publik geworden, als sein Bruder ein Video von dessen 11. Geburtstag in der Sommerschule in Lloseta schickte. Izan hatte einen Kuchen mitgebracht, doch anstatt ihm ein Geburtstagsständchen zu singen, dichteten die anderen Kinder den Text um. Darin nannten sie ihn unter anderem "fett" und "Seehund". Die Erzieher hätten nicht reagiert, so der Bruder.

Das Mobbing dauere schon seit Jahren an. Die Lehrer an der Schule CEIP Es Puig in Lloseta hätten die Klagen der Familie nicht ernst genommen. Besonders bedrückend sei es am Nachmittag des Geburtstags gewesen, so der Bruder. Izan hätte gesagt, dass sein Leben ein Dreck sei und dass er nicht mehr weiterleben wolle.

Schule will Izans Bruder verklagen

Die Reaktion der Schule folgte prompt, sorgte aber mehr für Verwirrung als für Aufklärung. Der Schulleiter erklärte gegenüber der Presseagentur Europa Press, er werde Izans Bruder wegen Rufschädigung verklagen. Zudem betonte er, dass das Video zwar in den Räumlichkeiten der Schule, aber während der von der Gemeinde veranstalteten Sommerschule entstanden sei.

Die Gemeinde erklärte derweil, mit allen beteiligten Parteien in Kontakt zu stehen, um den Vorfall und die Vorwürfe aufzuarbeiten. /pss