Die Folgen des Sturms am Sonntag (27.8.) werden auf Mallorca immer sichtbarer: Der Zusammenstoß zwischen dem Kreuzfahrtschiff Britannia und dem Öltanker Castillo de Arteaga hat auch die Treibstoffversorgungsstelle im Hafen von Palma in Mitleidenschaft gezogen. Von hier aus wird die ganze Insel mit Benzin und Diesel beliefert. Die Hafenbehörde erklärte, dass die Anlage durch den Zusammenstoß mit dem Kai um 20 Prozent beschädigt wurde.

Die Behörde erklärte, die Versorgung der Insel mit Treibstoff sei allerdings nicht gefährdet, da 80 Prozent der Anlage voll funktionsfähig seien. Derzeit prüfe man die Möglichkeiten, um die Belieferung der Tankstellen auf Mallorca gänzlich zu garantieren. So steht unter anderem zur Debatte, eine provisorische Anlage in einem anderen Bereich des Hafens zu errichten, bis der Schaden repariert worden ist. Eine andere Möglichkeit ist, während der Reparaturarbeiten vor allem kleinere Tankschiffe anlegen zu lassen.

Wind ließ Knoten platzen

Die 330 Meter lange Britannia hatte sich am Sonntag von einer Hafenmole losgerissen, als der starke Wind die Knoten, mit denen sie angebunden war, platzen ließ. Das Schiff wurde daraufhin auf die andere Seite des Hafenbeckens getrieben, wo es mit dem Öltanker kollidierte.

So riss der Sturm auf Mallorca das Kreuzfahrtschiff am Hafen von Palma los

So riss der Sturm auf Mallorca das Kreuzfahrtschiff am Hafen von Palma los

Die Bürgerinitiative Plataforma contra los Megacruceros forderte nach dem Zwischenfall erhöhte Sicherheitsmaßnahmen im Fall von Unwettern im Hafen von Palma. Die Hafenbehörde solle detaillierte Informationen darüber herausgeben, wie es zu dem Unfall kommen konnte, forderten die Aktivisten.

320 Passagiere müssen Schiff verlassen

Derweil mussten 320 Passagiere am Montag (28.8.) die Britannia verlassen. Das Schiff hatte bei dem Zwischenfall Rettungsboote verloren. Das führte dazu, dass die Zahl der Reisenden reduziert werden musste. Die Britannia legte am Montagabend um 19.21 Uhr ab und befindet sich nun auf dem Weg in Richtung seines Heimathafens Southampton.

Es ist nicht das erste Mal, dass es im Hafen von Palma zu einem solchen Zwischenfall kommt. Bereits im Jahr 2009 wurde das Kreuzfahrtschiff MSC Fantasia durch starken Wind von der Hafenmole weggerissen. Damals wurden fünf Personen verletzt, als sie vom Schiff ins Wasser fielen. Der Hafen musste wegen der Rettungsmaßnahmen zwischenzeitlich geschlossen werden. /pss