Die Feuchtigkeit und der Dreck fressen sich in die Wände des Kellergeschosses eines antiken Hotels in Palmas Stadtteil Gomila. Wer die Treppen hinabsteigt, muss den starken Geruch nach Insektenspray ertragen, der in der Luft liegt. Man steigt über die Leichen von Generationen von Kakerlaken. In Mallorcas wohl schlimmsten Wohnungen leben sowohl Ausländer als auch Spanier. An die 30 fensterlose Räume umfasst der Keller. In den acht bis zehn Quadratmeter großen Zimmern wohnen je bis zu sechs Personen, die dafür bis zu 750 Euro bezahlen. Offiziell angemeldet sind sie bei der Stadt nicht. Denn der Keller hat wahrlich keine Wohnbarkeitsbescheinigung.

Herr des Hauses ist ein Ortspolizist von Palma, der am Freitag vor einer Woche (24.11.) festgenommen wurde. Über die Stadt verteilt vermietet er 73 derartiger Mini-Wohnungen. Die meisten an Einwanderer ohne Aufenthaltsgenehmigung. Die Ermittler gehen davon aus, dass er mindestens seit zwei Jahren aktiv war.

Keine Küche, dafür immerhin ein Badezimmer

In den Gängen des Kellers stehen rostige Wäscheständer aneinandergereiht. Beim Betreten einer der Räume überkommt einen ein bedrückendes Gefühl der Enge. Ein Bett und ein Kühlschrank passen mit Ach und Krach hinein. Die meisten Bewohner haben sich einen Campingkocher als Küchenersatz geholt. Immerhin gibt es eine Mikrowelle und jeder Raum hat ein eigenes Badezimmer. Eine Waschmaschine - derzeit kaputt - wird unter allen Mietern geteilt.

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So sieht es in Mallorcas schlimmster Wohnung aus

"Es ist ein wenig angsteinflößend, aber zumindest haben wir einen Schlafplatz", sagte die 26-jährige Kolumbianerin Alejandra dem "Diario de Mallorca". Sie lebt gemeinsam mit ihrem Freund und ihrem Sohn dort. "Wir sind glücklich, da wir unserem Kind ein Dach über dem Kopf bieten können. Etwas Besseres haben wir nicht gefunden."

Schwierige Wohnungssuche auf Mallorca

Mit einem Kind sei die Wohnungssuche unmöglich. "Entweder sagen die Eigentümer direkt ab oder verdoppeln den Preis", sagte Alejandra. Der mittlerweile festgenommene Polizist habe sie immerhin akzeptiert. Zwei Monatsmieten Kaution verlangte er. Pro Monat beträgt die Miete in ihrem Fall 440 Euro zuzüglich der Stromkosten.

Die meiste Zeit würde die Familie draußen verbringen. Der Keller sei kein sicherer Platz. "Immer wieder kommt es zu Einbrüchen oder Leute verkaufen Drogen", sagte die Kolumbianerin. "Selbst in den Kühlschränken hausen die Kakerlaken."