Palma verzichtet auf knapp eine Million Euro von der EU – was mit den Projekten auf Mallorca passiert
Die Gelder waren für die Viertel El Terreno und Es Jonquet bestimmt

Plaza Santo Domingo de la Calzada. / M. Vicens
Die Stadtverwaltung von Palma lässt sich knapp eine Million Euro an Geldern aus europäischen Fonds entgehen, die in drei Projekte in den Vierteln El Terreno und Es Jonquet im Westen der Stadt fließen sollten. Im Rathaus wird auf Fristen verwiesen, die nicht mehr einzuhalten seien. Die Schuld daran habe die linke Vorgängerregierung, die die Projekte nicht rechtzeitig auf den Weg gebracht habe. Die Sozialisten wiesen die Vorwürfe von sich, die Arbeiten in El Terreno seien im Juni öffentlich ausgeschrieben gewesen.
Bei den Projekten handelt es sich zum einen um das Skulpturenensemble Santo Domingo de la Calzada, am Paseo Marítimo auf Höhe des Viertels es Jonquet, um den Torbogen zum ehemaligen Anwesen Son Catlaret sowie um Instandsetzungsarbeiten in El Terreno, wie die Stadträtin für Infrastruktur, Belén Soto, erklärte. Man verzichte nun auf die Gelder, da man nicht sicherstellen könne, die geförderten Arbeiten rechtzeitig fertigzustellen und deswegen Geldbußen riskieren würde. Die Frist laufe bereits Ende des Jahres aus.
Stadt schießt Mittel zu
Dennoch sind nun Investitionen geplant, auch ohne EU-Hilfe, wie es heißt. In El Terreno sollen 1,5 Millionen Euro fließen, um Wege auszubessern und Barrieren abzubauen. Die Hälfte dieser Gelder sollte eigentlich aus den EU-Feder-Töpfen kommen. Man werde aber keine Rolltreppe installieren, wie ursprünglich geplant, heißt es im Rathaus.
Es Jonquet
Die anderen beiden Projekte dagegen sind nun erst mal auf Eis gelegt. Beim Ensemble Santo Domingo de la Calzada handelt es sich um eine monumentale Wand aus Marès-Stein mit Skulpturen, die anlässlich der Einweihung des Paseo Marítimo errichtet wurde und dem Schutzpatron der Arbeiter öffentlicher Bauvorhaben gewidmet ist, Santo Domingo de la Calzada. Der Komplex ist stark beschädigt und mit Graffiti verunstaltet.

Malerisch, aber verkommen: das Mühlenviertel Es Jonquet in Palma, vom Paseo Marítimo aus gesehen. / Foto: Bosch
El Terreno
Das Portal de Son Catleret ist letztes Überbleibsel des ersten Anwesens von El Terreno, das dem Künstler Cristòfol Vilella gehörte. Später wurde Can Vilella in Son Catlaret umbenannt, erhalten ist nur noch das Portal. In dessen Restaurierung sollten eigentlich 40.000 Euro der EU fließen, auf die Palma nun verzichtet.
El Terreno war im frühen 20. Jahrhundert für seine Künstlerszene und sein Nachtleben bekannt, erlebte aber im Laufe der Jahrzehnte einen Niedergang. Derzeit wird wieder verstärkt in dem Viertel investiert.
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