Zahl der Geburten in Spanien auf Rekordtief - "Land ohne Kinder"
Die extrem niedrige Geburtenrate wird unter anderem auf das niedrige Lohnniveau und die hohen Lebenshaltungskosten zurückgeführt.

Eine hochschwangere Frau fasst sich mit beiden Händen an ihren Bauch. / Foto: Felix Heyder/dpa
dpa
In Spanien sind im vergangenen Jahr so wenige Kinder wie noch nie seit Beginn der amtlichen Erfassungen im Jahr 1941 auf die Welt gekommen. Mit genau 329.812 Geburten sei 2022 im Vergleich zum Vorjahr ein weiterer Rückgang von gut zwei Prozent verzeichnet worden, berichtete am Donnerstag die Zeitung "El Mundo" unter Berufung auf die jüngsten Zahlen der Statistikbehörde INE. Dabei hat Spanien heute mit knapp 47,5 Millionen Einwohnern eine fast doppelt so große Bevölkerung wie vor acht Jahrzehnten (rund 26 Millionen).
Mit circa 1,3 Kindern je Frau verzeichnet Spanien eine der niedrigsten Geburtenraten der Europäischen Union und der Welt. Zum Vergleich: In Deutschland, das ebenfalls schon seit vielen Jahren Nachwuchsprobleme beklagt, betrug dieser Wert zuletzt gut 1,5.
Niedriges Lohnniveau und hohe Lebenshaltungskosten
Die Zeitung "El País" hatte vor einiger Zeit einen Artikel mit der Überschrift "Spanien, ein Land ohne Kinder" veröffentlicht. Die extrem niedrige Geburtenrate wird unter anderem auf das niedrige Lohnniveau und die hohen Lebenshaltungskosten zurückgeführt.
Nach einem Rekord von 670.000 im Jahr 1976 war die Zahl der Geburten in Spanien bis Mitte der 1990er Jahre rapide auf Werte zwischen rund 360.000 und 380.000 zurückgegangen. Dann kehrte sich die Tendenz bis zum Jahr 2008 (ca. 520.000) wieder um. Das war damals allerdings nach Angaben von Experten auf eine besonders starke Zuwanderung vor allem aus Lateinamerika und auch aus anderen Weltregionen zurückzuführen. Seit 2008 ging die Geburtenzahl bereits um fast 40 Prozent zurück.
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