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Mallorca Zeitung

Erst gefischt, dann weggeschmissen: Große Fischerboote lassen Thunfische am Meeresgrund vor Mallorca verwesen

Die heimischen Fischer ärgern sich über diese Verschwendung, die gleichzeitig einen ganzen Tagesfang zunichte machen kann

Ein Thunfisch, der am 2. Juni von einem lokalen Fischer aus dem Wasser gezogen wurde. DM

Die mallorquinischen Fischer sind sehr verärgert: Wie schon in den Jahren zuvor fangen sie mit ihren Netzen versehentlich große Thunfische im fortgeschrittenen Verwesungstadium. Diese zufälligen "Fänge" führen zu schweren Schäden an den Fanggeräten der balearischen Schiffe und in den meisten Fällen zum Verlust des Tagesfangs, da der Thunfischkadaver möglicherweise schon vor Tagen oder sogar Wochen der Gnade der Strömung überlassen wurde und "zerbröselt", wenn er von den Netzen der Fischer erfasst wird. Der Tagesfang ist dann voller verwesener Thunfischreste und unverkäuflich.

Die toten Thunfische wurden von großen Ringwadenfischern ausgesetzt, die aus dem spanischen Festland und aus Frankreich, Italien und Malta kommen, um diese begehrte Fischart zu fangen. Auf den Balearen selbst gibt es keine solchen großen Fische zum Thunfischfang. Warum lassen die Fischer diese großen und vor allem teuren Fische liegen? Antoni Garau, Sprecher des balearischer Fischerverbands, erklärt das Phänomen: "Diese Ringwadenfischer fangen die Thunfische normalerweise lebend und bringen sie zu Mastbetrieben vor dem spanischen Festland", sagt er. Dieses Vorgehen sei legal und vollständig geregelt.

Thunfische sterben oft auf dem Weg in die Mastbetriebe

"Das Problem besteht darin, dass die Thunfische während ihres Transports zu den Mastbetrieben oft großem Stress ausgesetzt sind, gelegentlich stoßen sie heftig gegen das Netz des Käfigs, und einige von ihnen sterben", fährt Garau fort und prangert an, dass diese Gerüste sehr oft ihre Kapazität bei Weitem überschreiten, sodass die Thunfische zusammengepfercht transportiert werden. "Und um zu verhindern, dass diese Thunfische auf die Fangquoten der einzelnen Schiffe angerechnet werden, beschließen sie, die Kadaver mitten im Meer auszusetzen, wodurch den Berufsfischern der Inseln große Schäden entsteht."

Die Ringwadenfänger nehmen Taucher an Bord, um den Zustand der Thunfische während des Transports zu überwachen. Wenn ein einzelner Thunfisch also unterwegs verstirbt, öffnen sie den Käfig partiell, sodass der Rest der Thunfische nicht in die Freiheit schwimmen kann. Garau wünscht, dass Kontrolleure, die überprüfen, dass die Ringwadenfänger ihre Fangquoten nicht überschreiten, auch überprüfen, ob die Schiffe Fischleichen im Meer aussetzen.

Diese Verschwendung ist in den Augen des Fischereiverbands unnötig und dient nur dazu, dass die toten Thunfische nicht auf die Fangquote angerechnet werden. "Diese Schiffe sind dazu in der Lage, die toten Thunfische an Bord zu verarbeiten, indem sie sie ausnehmen und für die spätere Vermarktung einfrieren oder sie einfach als Nahrung für die Besatzung verwenden, bevor ihr Fleisch verfault", erklärt Garau mögliche Alternativen.

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