Die Hauptsaison auf Mallorca ist in vollem Gange. Pünktlich zur größten Hitze finden sich die meisten Urlauber auf der Insel ein, wenngleich die Bilanz der Hoteliers bislang noch etwas durchwachsen ausfällt. Speziell der Juni verlief schwächer als erwartet, wie die Präsidentin der mallorquinischen Hoteliersvereinigung FEHM, Maria Frontera, am Montag (17.7.) sagte. Als Gründe nannte sie unter anderem die Auswirkungen der Inflation in den Herkunftsländern der Urlauber. Allerdings haben auch die Hoteliers auf der Insel in den vergangenen Monaten die Preise kräftig angezogen.

Demnach schlossen die Hotels auf Mallorca den Monat Juni mit einer durchschnittlichen Auslastung von 82 Prozent ab, gegenüber 85 Prozent im Vorjahresmonat. Diesen Rückgang führte Frontera vor allem auf das verhältnismäßig bescheidene Wetter mit mehr Regen als üblich auf der Insel zurück. Und gleichzeitig sei das Wetter in den wichtigsten Herkunftsländern der Mallorca-Urlauber außergewöhnlich mild und sonnig gewesen, was die Lust auf einen Insel-Abstecher verringert habe.

Im Juli Auslastung von 90 Prozent erwartet

Für den Monat Juli erwartet die Präsidentin eine durchschnittliche Auslastung von 90 Prozent. Streiks in der Luftfahrt könnten diese Zahl allerdings noch nach unten drücken, sagte sie.

Die Prognosen gehen derzeit davon aus, dass der September mit 55 Prozent Auslastung ein guter Monat sein wird. Und auch der Oktober scheint nach ersten Schätzungen positiv zu werden, obwohl exakte Daten hier noch nicht vorliegen und noch zahlreiche Last-Minute-Buchungen einlaufen dürften.

Deutscher Markt nähert sich dem britischen an

Laut Frontera schwächelt der deutsche Markt ein wenig. Die Zahl der deutschen Urlauber nähere sich langsam von oben denen der britischen an, der sich solider halte. Frontera sagte dazu: "Das Letzte, auf was die Briten verzichten, ist ihr Urlaub."

Mit Blick auf die Juni-Bilanz stellte María Frontera eine Veränderung im Verhalten der Urlauber fest: Die Last-Minute-Buchungen haben sich abgeschwächt, was den Rückgang der Belegung um drei Prozentpunkte im Vergleich zu 2022 erklärt. Der Zustrom der Besucher konnte nur mithilfe der starken Buchungen, die von den Reiseveranstaltern Monate im Voraus verzeichnet wurden, mehr oder weniger aufrechterhalten werden.

Inflation betrifft vor allem die Mittelschicht

Für eine schwächere Nachfrage sorgt laut Frontera vor allem die Inflation, deren Auswirkungen speziell die Mittelschicht zu spüren bekommt. Die Preissteigerungen haben keinen Einfluss auf den Urlaub der kaufkräftigeren Gäste. Die Luxushotels sind durch die Bank gut gebucht.

Die Hotelpreise seien weiterhin hoch, generelle Rabatte gebe es nicht, versicherte Frontera. Die Hoteliers hatten sich vor der Saison mit den Reiseveranstaltern auf Preiserhöhungen zwischen sechs und zehn Prozent verständigt. Lediglich in Einzelfällen gebe es Preisnachlässe, um Stornierungen auszugleichen.

Das könnte Sie interessieren:

Hotels öffnen früher

Auf der anderen Seite seien 2023 deutlich mehr Hotels zu einem früheren Zeitpunkt geöffnet gewesen als 2022. Bereits im März empfingen laut Frontera 61 Prozent der Häuser Gäste, während es im März 2022 nur 45 Prozent waren. Die frühere Öffnung hing in diesem Jahr auch damit zusammen, dass angesichts des Fachkräftemangels Angestellte an die Hotels gebunden werden sollten. /jk