Unterhalb des Almudaina-Palasts in Palma, in den Gärten s’Hort del Rei, wachsen Pflanzen, die an Palmen erinnern. Es ist die Japanische Sagopalme (Cyca revoluta), im Spanischen und Katalanischen Cyca genannt. Doch sie gehört nicht zur Familie der Palmen. Auch der deutsche Name Palmfarn führt in die Irre. Denn mit der Familie der Farne hat dieses Gewächs ebenfalls nichts zu tun. Um dies zu verstehen, ist ein Ausflug in die Frühgeschichte des Planeten sowie der Evolution der Pflanzen in dieser Zeit hilfreich.

Lebende Fossilien

Denn am Ende des Erdaltertums, auch Perm genannt, kam es vor etwa 300 Millionen Jahren zu einem Klimawandel, der ein Massensterben aller Lebewesen zur Folge hatte. Dies könnte die Folge eines Asteroiden-Absturzes auf die Erde oder aber von Vulkanausbrüchen gewesen sein. Danach wurde das Klima deutlich trockener, und die Zeit der Feuchtigkeit liebenden Farne, die sich durch Sporen an ihren Blättern vermehrten, war vorbei. Sie hatten bis dahin die Erde mit Kolonien überwuchert und gelten als die ältesten Pflanzen.

Auf die sich durch Sporen vermehrenden Farne folgten die Nacktsamer, die sich der Trockenheit besser anpassen konnten. Ihre Samen sind nicht von Fruchtfleisch umhüllt. Blühende Pflanzen, die Samen und Früchte bilden (Bedecktsamer) gab es damals noch nicht, und somit zählen die Palmfarne zu der zweitältesten Klasse der Samenpflanzen.

Die Cycas überwucherten damals in Form von niedrigen Wäldern den Urkontinent Pangaea. An ihren Blättern fraßen sich die Vegetarier unter den Dinosauriern satt und vermehrten diese im wahrsten Sinne des Wortes haufenweise. Denn die riesigen Samenstände waren wie gemacht für die großen Tiere. Die Dinos starben vor 65 Millionen Jahren aus, doch die Palmfarme mit ihren riesigen Samenständen blieben. Dass sie heute auf fast allen Kontinenten vertreten sind, wird mit der Existenz eines einzigen Urkontinents erklärt.

Mit Gräsern verwandt

Mit den Farnen sind die Cycas also nicht verwandt, und mit den Palmen deshalb nicht, weil deren Entstehung jüngeren Datums ist. Diese zählen zu den Bedecktsamern wie Dattel- oder Kokospalme, die Früchte bilden. Ihr Aufkommen wird, wie bei anderen Pflanzen mit Samen und Früchten, der Kreidezeit vor etwa 70 Millionen Jahren zugeschrieben. Sie sind eher mit den Gräsern verwandt als mit den Zapfen bildenden Palmfarnen.

Heute umfasst die Familie der Cycadaceae 300 Arten, wild wachsen sie in Australien und in Japan, aber auch in Südafrika, manche sind ausgestorben, andere vom Aussterben bedroht. Seltene Palmfarne sind bei Sammlern beliebt, deshalb werden manche Arten vor allem in Südafrika entwurzelt und verkauft. Da die Cycas zu den extrem langsam wachsenden Pflanzen zählen, braucht der Nachwuchs sehr lange, bis er erwachsen ist.

Auch hier fühlt sich die „Cyca“ wohl.

Auch hier fühlt sich die „Cyca“ wohl. Pohle

Die „Cyca“ im Garten

Dieser Umstand konnte die Besitzer mediterraner Gärten nicht davon abhalten, sie bei sich anzupflanzen. Die Palmfarne kommen mit wenig Wasser zurecht, das liegt an ihren meist sukkulenten Pfahlwurzeln. Sie graben sich tief in die Erde und speichern Wasser und Nahrungsreserven. Kommt es auf der Insel zu Minusgraden, verträgt die Pflanze auch diese. Der Palmfarn ist also rundum anspruchslos, mag Sonne und Halbschatten und bildet Jahr für Jahr einen Ring neuer Blätter. Dafür werden andere welk, und es ist ratsam, sie jedes Jahr so von den Stämmen abzutrennen, dass sich nach und nach aus den Blattstümpfen eine ornamentale Struktur entwickelt.

Der zweigeschlechtliche Palmfarn kann eine Höhe von drei Metern erreichen, die runden weiblichen Samenstände einen Durchmesser von 35 Zentimeter. Die männlichen Pflanzen entwickeln konische Zapfen, die 40 Zentimeter in die Höhe wachsen und an die von Nadelbäumen erinnern. Wissenschaftler haben entdeckt, dass sich heute Käfer um die Bestäubung kümmern. Wer sich dieses Spektakel in den Garten holen will, sollte beim Kauf der Pflanze darauf achten, dass es sich um eine weibliche und eine männliche Pflanze handelt. Schon kleinere Palmfarne sind recht teuer, richtig kostspielig solche mit hohen Stämmen, weil sie jahrelang in Baumschulen gepflegt werden müssen.

Der Palmfarn im Pflanzgefäss

Dass die Cyca über die Jahrmillionen allen Widerständen zum Trotz überlebt hat, gab ihr die Fähigkeit, auch im Pflanzgefäß oder sogar als Zimmerpflanze zurechtzukommen. Die Töpfe müssen – wegen des langsamen Wachstums – selten ausgetauscht werden. Regelmäßiges Düngen ist jedoch empfehlenswert, wenn die Erde nicht gewechselt wird. Gärtnereien empfehlen Spezialdünger für Cycas, der gleichzeitig auch für Zimmerpalmen verwendet werden kann.

Welke Blätter entfernen

Beginnt die Topfpflanze mit der Bildung von Samen, sollten diese sofort entfernt werden. Denn sie können sich in Pflanzgefäßen nicht richtig entwickeln und wirken sich kräftezehrend auf die Pflanze aus. Auch welke Blätter sollten entfernt werden. Gesunde Pflanzen sind immun gegen Schädlinge, doch können zu wenig Licht in Innenräumen oder zu viel Zugluft auf Terrassen zum Befall mit Schildläusen führen, die sich mit dem Pflanzensaft vollsaugen und dann eine klebrige Masse auf den Blattrückseiten verteilen. Befallene Blätter sind abzutrennen, hilfreich können zudem auch Brennnesseltee oder chemische Mittel gegen Schildläuse sein.

Was der Palmfarn nicht verträgt, ist Staunässe. Denn schließlich begann seine Evolution in einem Klima der Trockenheit.