Entrevista | Miki Jaume Konzertveranstalter

Warum eine Konzertreihe auf Mallorca explizit auf Urlauber und ausländische Residenten ausgerichtet ist

Trui-Chef Miki Jaume über die neue „Palma Concert Series“ und den Reiz von Konzerten, bei denen das Publikum und der Künstler von vornherein wissen, was auf sie zukommt

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Es soll eines der Highlights des Musik-Sommers auf Mallorca werden. Bei insgesamt vier Shows der „Palma Concert Series“ treten internationale Musiklegenden auf dem Veranstaltungsgelände Son Fusteret in Palma auf. Den Auftakt macht James Blunt am 23. Juli, eine Woche später tritt Tom Jones auf (MZ berichtete). Die beiden anderen Künstler sollen in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden. Die MZ hat mit Miki Jaume, dem Chef des Veranstalters Trui, über die neue Konzertreihe gesprochen.

Wie kam Sie auf die Idee, die „Palma Concert Series“ ins Leben zu rufen?

Unsere Absicht war es, ein hochkarätiges Konzertangebot sowohl für die Einheimischen als auch für die Urlauber zu schaffen. Wir haben hier besonders das deutsche, britische, US-amerikanische und nordeuropäische Publikum im Blick, das eine enge Verbindung zur Insel hat. Deshalb holen wir internationale Legenden auf die Insel.

Mit dem Festival in Port Adriano und den Legends VIP gab es in den vergangenen Jahren gleich zwei Veranstaltungen, die in eine ähnliche Kerbe schlugen. Wie wollen Sie sich davon unterscheiden?

Nun, wir sind mit 4.500 Zuschauern größer als Port Adriano, ich glaube, das ist ein wesentlicher Unterschied. Das erlaubt uns, eine andere Art von Künstlern zu buchen. Zudem finden unsere Konzerte in Palma statt. Während Legends VIP meiner Meinung nach nicht wirklich etabliert ist auf der Insel, ist Port Adriano natürlich ebenfalls eine hochkarätige Veranstaltungsreihe. Ich glaube aber, dass Mallorca genug Platz bietet, damit wir uns mit unseren hochkarätigen Angeboten nicht im Weg stehen.

Im Gegensatz zu anderen Events auf der Insel betonen Sie sehr, dass sich die „Palma Concert Series“ an ausländische Residenten und Urlauber wendet. Bleiben da die Mallorquiner nicht ein wenig auf der Strecke?

Selbstverständlich ist jeder willkommen, der sich für die Künstler interessiert, die bei uns auftreten. Dass wir uns hauptsächlich an Ausländer richten, liegt auch daran, dass wir die Termine auf Ende Juli, auf die Hochsaison gelegt haben. Das spricht vor allem Urlauber an. Zum anderen glaube ich, dass jemand wie Tom Jones in Großbritannien oder in Deutschland einen ganz anderen Rang hat als auf Mallorca. Genauso James Blunt. Aber unsere Absicht ist es, in den kommenden Jahren Konzerte mit anerkannten, internationalen Stars zu veranstalten, bei denen sich sowohl das ausländische als auch das einheimische Publikum angesprochen fühlt.

Konzertveranstalter Miki Jaume.  | FOTO: TRUI

Konzertveranstalter Miki Jaume. | FOTO: TRUI / Patrick Schirmer Sastre

Karrierehöhepunkt länger her

Auf Mallorca geht die Tendenz dahin, dass man Künstler verpflichtet, deren Karrierehöhepunkte länger her sind. Das Mallorca Live Festival hat dieses Jahr etwa Pet Shop Boys, Blondie und Underworld als Headliner verpflichtet. Woran liegt das? Ziehen moderne Künstler auf der Insel nicht?

Ich kann mich nicht zur Buchungspolitik des Mallorca Live Festival äußern. Wir wollten vor allem eine Konzertreihe veranstalten, bei der trotz der großen Zuschauerzahl ein Gefühl von Intimität herrscht. Wenn ein legendärer, reifer Künstler kommt, mit dessen Songs das Publikum vertraut ist, sind die Tourneen etwas ganz anderes. Es geht nicht mehr darum, ein neues Publikum zu gewinnen, sondern die Gefühle stehen im Vordergrund. Es gibt eine engere Verbindung zwischen Publikum und Künstler.

Publikum und Künstler gehen beide entspannter in die Veranstaltung.

Genau. Die Zuschauer kommen, weil sie besondere Erinnerungen mit Liedern wie „Sex Bomb“ wieder aufleben lassen wollen. Sie wollen sich wieder jung fühlen, gemeinsam singen. Dafür sind diese Konzerte gedacht.

Ein Thema, das Festivals in den vergangenen Jahren beschäftigt, ist die Parität. Werden Sie für dieses Jahr Künstlerinnen verpflichten?

Das ist eine Überraschung (lacht ). Wir wollen aber ausgewogen sein.

Inflation und Subventionen

Spüren Sie als Veranstalter, dass die Leute unter der Inflation leiden?

Es ist natürlich eine schwierige Situation. Wir merken aber, dass die Menschen große Lust auf Konzerte haben. Unsere Tickets sind mit 65 Euro aufwärts natürlich eher im oberen Bereich angesiedelt. Aber genau deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe an, dem Publikum eine hervorragende Erfahrung für ihr Geld zu bieten. Wir achten auf jedes Detail.

Sie betonen die Bedeutung des Kulturtourismus für die Insel, was ja auch im Sinne der derzeitigen Tourismuspolitik ist. Werden die Konzerte von den öffentlichen Institutionen subventioniert?

Vom Rathaus Palma werden wir von Anfang an in der Kommunikation unterstützt. Wir sind derzeit in Verhandlungen mit dem Inselrat und der Balearen-Regierung, ob sie sich an der Konzertreihe beteiligen wollen.

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