Mallorca Zeitung

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Brigitte Rohm

KOMMENTAR

Brigitte Rohm

Zwei Monate feiern – und ein bisschen Wahnsinn: Das Jahr auf Mallorca ist im Grunde jetzt schon gelaufen

Am 23. November fällt mit dem Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung der Startschuss für einen wochenlangen Ausnahmezustand auf der Insel. Kind deutscher Mallorca-Residenten müsste man da sein, meint MZ-Redakteurin Brigitte Rohm

Die Ankunft der Heiligen Drei Könige 2022 in Palma. B.RAMON

Mallorquinisch-deutsche Kinder auf der Insel sind absolut zu beneiden. Denn für sie beginnt nun die lukrativste Zeit des Jahres, in der sie das Beste aus beiden Kulturen mitnehmen können: Adventskalender und Adventstraditionen wie Plätzchenbacken, prall gefüllte Nikolausstiefel, die Bescherung an Heiligabend und Silvesterpartys auf der einen Seite.

Auf der anderen die zauberhafte Weihnachtsbeleuchtung, die spanischen Feiertage am 6. und 8. Dezember, das Traubenessen zu den letzten Glockenschlägen des alten Jahres. Dann gibt es noch einmal Geschenke und den Umzug der Heiligen Drei Könige Anfang Januar, und zur Krönung kommen noch das Teufelsfest Sant Antoni am 16. Januar und das Programm rund um das Stadtfest Sant Sebastià am 20. Januar hinzu. Jackpot!

Wie das opulente Gansessen bei den Großeltern

Ist man hingegen nicht auf der Insel aufgewachsen und sozialisiert worden, sind die kommenden Wochen fast etwas zu viel des Guten, so wie das opulente Gansessen damals bei den Großeltern. Denn sind wir es aus der Heimat gewohnt, dass es spätestens nach Silvester mit der Besinnlichkeit vorbei ist und man sich auf seine guten Vorsätze fokussiert, irritiert es zumindest beim ersten Miterleben ein wenig, dass es auf Mallorca auch im Januar noch sehr weihnachtet.

Und dass hier ab dem 23. November, wenn zum ersten Mal die Lichter in der Stadt angeknipst werden und wir uns in den stressigen Kaufrausch am „Black Friday“ stürzen, ziemlich genau zwei Monate Wahnsinn herrschen, in denen wir aus dem Feiern gar nicht mehr herauskommen. So gesehen, ist das Jahr jetzt schon gelaufen.

Sterne dürfen natürlich bei der Weihnachtsbeleuchtung nicht fehlen. Pere Joan Oliver Orell

Los niños medio mallorquines, medio alemanes de la isla son absolutamente envidiables. Para ellos empieza ahora la época más lucrativa del año, aquella en la que pueden disfrutar de lo mejor de ambas culturas: por un lado, los calendarios de Adviento y las tradiciones prenavideñas como hornear galletas, las botas rellenas de San Nicolás, los regalos de Nochebuena y las fiestas de Nochevieja.

Por el otro, las mágicas luces de Navidad, los festivos españoles de los días 6 y 8 de diciembre, las doce uvas de la suerte con las últimas campanadas del año viejo. Luego vienen más regalos y la cabalgata de los Reyes Magos a principios de enero, y para rematar, la Fiesta de Sant Antoni, el 16 de enero, y el programa en torno a la fiesta de Sant Sebastià, el 20 de enero. ¡Bingo!

Si una, en cambio, no ha crecido y no se ha socializado en la isla, las próximas semanas pueden resultar tan excesivas como en su día la cena navideña en casa de los abuelos. Acostumbrados como estamos a que como muy tarde después de Nochevieja se acabe el espíritu festivo y nos centremos en nuestros buenos propósitos, al menos cuando se experimenta por primera vez resulta un poco irritante que Mallorca hasta muy entrado enero siga siendo tan navideña. Y que a partir del 23 de noviembre, cuando se encienden las luces por primera vez y nos lanzamos al estresante frenesí consumista del „Black Friday“, son prácticamente dos meses de locura en los que no pararemos de celebrar. Visto así, podemos dar ya por terminado el año.

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