Wir lieben die Insel, das milde Klima, die lockere Lebensweise, fühlen uns wohl zwischen Alioli, Mesclat und Pa amb Oli. Wir genießen die Strände, die Tramuntana und das türkisblaue Meer. Und wenn Sant Antoni ansteht, warten einige von uns fast ebenso ungeduldig auf Teufel, Freudenfeuer und den Geruch gebratener Sobrassada wie die Mallorquiner. Kurzum: Wir wohnen auf Mallorca, weil es uns hier mindestens genauso gut gefällt wie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Und sind mehr oder weniger integriert.

Aussicht auf Kälte

Doch wenn Weihnachten vor der Tür steht, stellen sich viele von uns Dauerresidenten Jahr für Jahr die Frage, ob sie das Fest auf der Insel oder in der Heimat verbringen wollen. Im Hinblick auf Heiligabend wird die sonst so verhasste Aussicht auf Kälte und kurze Tage plötzlich attraktiv. Auf einmal wünschen wir uns in verschneite Tannenwälder und verdrehen die Augen beim Anblick weihnachtlich geschmückter Palmen. Selbst die uns sonst so sympathische Feierkultur der Spanier stellen wir plötzlich infrage: Wäre jetzt nicht eigentlich Zeit für Besinnlichkeit?

Die Gefühle annehmen

Weihnachten stimmt eben viele sentimental, lässt uns, wie wohl kaum ein anderes Fest, an unsere Wurzeln, unsere Kindheit denken – zumal oft ja auch noch enge Verwandte in der Heimat verweilen, mit denen man diese Tage verbringen will. Wir sollten diese Gefühle annehmen! Nicht als Beweis dafür, nicht auf Mallorca angekommen zu sein, sondern als Besinnung darauf, was uns ausmacht. Es ist in Ordnung, dass zwei Herzen in unserer Brust schlagen. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und Bon Nadal!