Mit Spürhunden und einem Bagger haben Beamte der Guardia Civil am Montag (6.3.) und Dienstag ein Grundstück in Sa Porrassa in der Gemeinde Calvià auf Mallorca durchkämmt. Nur einen Kilometer von dieser Finca entfernt verschwand am 2. Dezember 2013 die damals 15-jährige Malén Ortiz. Bislang sind keine neuen Erkenntnisse durch die Suchaktion bekannt.

Eine neue Spur hat dazu geführt, dass die Polizei die Ermittlungen wieder aufnimmt und eine große Suchaktion startete. Die Beamten durchgruben das Gelände in der Nähe eines Gestüts mit der Hilfe von Spürhunden, die eigens aus Madrid eingeflogen sind.

Die Guardia Civil durchsuchte im Jahr 2014 das Haus des Verdächtigen B. Ramon (Archiv)

In all den Jahren hat die Polizei ein Dutzend Verdächtige befragt. Darunter einen 70-jährigen Anwohner, der in einer baufälligen Hütte in der Nähe des Ortes lebte, an dem das Mädchen verschwand. Mehrere Zeugen beschuldigten ihn, junge Mädchen belästigt und ihnen gegenüber Obszönitäten geäußert zu haben. Als er angeblich Mädchen mit Skateboard für eine Modenschau auf der Rambla in Palma suchte, wurde er zum Hauptverdächtigen. Denn Malén Ortiz war am Tag ihres Verschwindens mit einem Skatboard unterwegs gewesen.

Das Haus, sein Innenhof und das umliegende Gelände wurden gründlich nach Hinweisen auf Malén Ortiz durchsucht, jedoch ohne Erfolg. Der Mann schien nicht dazu in der Lage sich zusammenhängend zu äußern, die Polizisten vermuteten eine psychische Störung. Obwohl ihm nichts nachgewiesen werden konnte, galt der Mann später in der Gemeinde Calvià als Mörder. Er zog nach Malaga, wo sich sein Zustand verschlechterte und er in eine psychatrische Klinik eingewiesen wurde.

Polizisten der Guardia Civil durchsuchen am Montag (6.3.) eine Finca auf der Suche nach dem Leichnam von Malén Ortiz. Lorenzo Marina

Suche nach Malén Ortiz: Polizei findet organische Überreste

Jetzt ist dieser Anwohner wieder ins Visier der Ermittler geraten. Warum genau, ist nicht bekannt. Doch der alte Mann hielt sich häufig auf dem Gelände auf, das am Montag durchsucht wurde. Die Polizisten halten es für möglich, dass er dort unbemerkt etwas vergraben hat.

Am ersten Tag der Suche grub die Guardia Civil mit dem Bagger an mehreren Stellen und benutzte auch einen Presslufthammer, um Steinplatten und Befestigungen zu entfernen. Die Spürhunde suchten dann in der aufgewühlten Erde nach menschlichen Überresten. Auch wenn die Polizisten keine Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in der Suche bekanntgibt, schienen die Beamten über die Funde enttäuscht. Den Informationen der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" nach, haben sie bisher nur Tierkadaver gefunden Das Gelände wird auch als wilde Müllkippe benutzt.

Am Dienstag führten die Polizisten ihre Suche mit Schaufeln weiter. Einzelne Fundstücke wurden gesiebt, bevor sie in Tüten zur Beweisaufnahme kamen. Die Beamten fotografierten die untersuchten Stellen genau. Auch hier suchten die Spürhunde wieder nach menschlichen Überresten.

Auch Taucher suchten bereits nach Malén Ortiz

In der Vergangenheit hatte die Polizei bereits erfolglos mehrere Orte in der Gegend und auch in Santa Ponça durchsucht. Taucher der Guardia Civil durchsuchten unter anderem die Teiche eines nahe gelegenen Golfplatzes und die Klippen an der Küste. Dutzende von Beamten, die Ortspolizei, Feuerwehrleute und Bergrettungsspezialisten suchten in den nahe gelegenen Wäldern nach ihr, fanden aber ebenfalls keine Spur.

Die damals 15-jährige Malén Ortiz auf einem Foto, das sie in den Sozialen Medien teilte. DM (Archiv)

Malén Ortiz war 15 Jahre alt, als sie am 2. Dezember 2013 zwischen Magaluf und der benachbarten Wohnsiedlung Son Ferrer verschwand. An jenem Montagnachmittag war Malén mit ihrem neongrünen Skateboard auf dem Weg zur Wohnung ihres Freundes.

Unterwegs wurde sie um 15:51 Uhr von einer Überwachungskamera bei Sa Porrassa aufgenommen – das letzte Lebenszeichen. Die nächste Sicherheitskamera in der Umgebung, etwa 500 Meter entfernt, nahm das Mädchen nicht mehr auf. Im Umkreis von einem halben Kilometer muss also etwas passiert sein. Man hat seitdem nie wieder etwas von Malén gehört. Ihre Familie hat dennoch nicht aufgehört, nach ihr zu suchen und um Hilfe zu bitten. /mwp