Nackte Haut gegen den Stierkampf: Rund 60 Aktivisten haben sich am Sonntag (6.8.) auf dem Rathausplatz von Palma versammelt, um gegen Stierkämpfe zu protestieren: "Mallorca suhlt sich im Blut, es geht wieder los, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung den Stierkampf ablehnt", sagte einer der Demonstranten in Anspielung auf den im Coliseo Balear geplanten Stierkampf am 10. August.

Die Tierschutzorganisationen AnimaNaturalis und CAS International prangerten an, dass der Stierkampf mit öffentlichen Geldern subventioniert und als Teil der spanischen Kultur angesehen wird: "Wir fordern von den Politikern Mut und Einfühlungsvermögen, sich in die Lage der Wehrlosen versetzen", rief einer der Veranstalter. Erinnert wurde unter anderem auch daran, dass die Regierungsvereinbarung zwischen PP und Vox auf den Balearen vorsieht, dass Minderjährige von nun an Stierkämpfe in Begleitung ihrer Eltern besuchen dürfen.

Bei der Demonstration. Cati Cladera/Efe

Wortgefechte zwischen Aktivisten und Kutschführern

An der etwa halbstündigen Demonstration nahmen Aktivisten teil, die sich mit nacktem Oberkörper auf einem traditionell im Stierkampf verwendeten Tuch, der sogenannten muleta, in die Sonne legten: "Wir machen das nicht zum Spaß, die Tiere haben uns und sonst niemanden, weil sie keine Stimme haben", sagte einer der Teilnehmer.

Während des Protests fuhren mehrere Pferdekutschen mit Urlaubern direkt vor den Aktivisten vorbei. Einige der Fahrer hupten und machten sich über die Demonstranten lustig. Daraufhin kam es zu Wortgefechten zwischen den Aktivisten und den Kutschführern. Die Demonstranten bezichtigten die Kutscher der "Tierquälerei". Einer der Demonstranten nannte den Fahrer der Pferdekutsche, der gehupt hatte, "Pferdemörder".

Die Aktivisten vor dem Rathaus. Cati Cladera/Efe

"Folter ist weder Kunst noch Kultur"

In einem vorgelesenen Manifest prangerten die Demonstranten an, dass die Stiere in den letzten Minuten ihres Lebens in der Stierkampfarena "großes Leid" erfahren und forderten die Politiker auf, dieser Praxis ein Ende zu setzen. Drei Slogans wurden immer wieder benutzt: "Mallorca ist gegen den Stierkampf", "Folter ist weder Kunst noch Kultur" und "Spanier, hört auf, für Grausamkeiten zu bezahlen". Die neue Regierung setze nun wieder auf Stierkampf als Kulturgut, doch seien die Balearen und Mallorca weit davon entfernt, diese "blutigen Spektakel" als Teil ihrer Kultur anzusehen.

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In den vergangenen Jahren hatte es auf Mallorca kaum noch Stierkämpfe gegeben. Das Interesse der Bevölkerung an diesen Veranstaltungen ist auf den Inseln tatsächlich gering. In diesem Jahr sind nun zwei Termine bekannt: Am 10. August in Palma und am 10. September in Inca. /jk