Die Guardia Civil hat auf Mallorca einen minderjährigen Jungen wegen des Verdachts auf terroristische Straftaten verhaftet. Ein weiterer minderjähriger Täter wurde in Plasencia im südspanischen Extremadura festgenommen. Die beiden Tatverdächtigen wurden nach Madrid gebracht, wo sie vor dem Nationalen Gerichtshof aussagten und anschließend in einer Jugendstrafanstalt untergebracht wurden.

Propagandamaterial auf Videospielplattform verbreitet

Den Jugendlichen wird vorgeworfen, Propaganda-Material des Islamischen Staates verbreiter und zur Rekrutierung und Durchführung von Anschlägen aufgerufen haben. Den Ermittlern zufolge hatten sich die Jugendlichen selbst im Internet radikalisiert. Offenbar hatten sie keine direkten Verbindungen zu einer terroristischen Organisation, verwendeten aber die Logos der Terrororganisation in sozialen Netzwerken und auf einer Kommunikationsplattform für Videospiele.

Parallelen zum Terroranschlag in Brüssel am 16. Oktober

In der Propaganda findet sich unter anderem der Treueschwur, den der Täter des jüngsten Terroranschlags in Brüssel verwendete. Am 16. Oktober hatte ein Attentäter beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Belgien und Schweden zwei Fußballfans in der Nähe des Stadions erschossen. Der Hintergrund wurde aufgrund eines Bekennervideos terroristisch eingeordnet. Brüssel rief kurzzeitig die höchste Terrorwarnstufe aus.

Zunahme von Online-Propaganda

Derzeit wird sowohl in Spanien als auch in Europa eine Zunahme der Ermittlungen gegen Minderjährige im Zusammenhang mit dschihadistischem Terrorismus festgestellt. Dass sich die Anhänger im Internet radikalisierten, sei laut Ermittlern ein neues Phänomen auf globaler Ebene. /dise