Das Gesundheitsministerium hat das Hotelrestaurant des Palma Bay Club Resort vorübergehend schließen lassen. Das bestätigte die Behörde am Mittwoch (7.2.) gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca". Mehrere Hotelgäste litten an Brechdurchfall und hatten eine Lebensmittelvergiftung vermutet. In dem Hotel waren vor allem Rentner untergebracht, die am staatlichen Reiseprogramm Imserso teilnehmen.

Die Behörde schickte einen Inspektor am Dienstagmorgen in die Hotelküche, der - wenn möglich - auch Proben von den Speisen entnehmen sollte, die die Gäste an den Vortagen zu sich nahmen. Er fand dabei "Defizite in der Infrastruktur". Was das im Detail bedeutet, ist noch unklar. Das Gesundheitsministerium hatte den kompletten Bericht noch nicht vorliegen und gab an, dass es sich beispielsweise um Fehler in der Kühlkette der Lebensmittel handeln könnte.

Am Mittwochmorgen schickte die Behörde den nächsten Inspektor, der sich die Küche nochmal gründlicher anschauen soll. Im Blickpunkt stehen diesmal die Arbeitsflächen, auf denen die Speisen zubereitet werden.

Was war eigentlich passiert?

Mehrere Mallorca-Urlauber hatten sich über Brechdurchfall seit Montag beklagt und das "schreckliche" Hotelessen dafür verantwortlich gemacht. Der Arzt des Imserso-Programms stellte jedoch eine Magen-Darm-Entzündung fest, die auf Viren basiert und schloss eine Lebensmittelvergiftung aus. Ähnliche Angaben machte der Hoteldirektor, der meinte, dass das Virus seit Wochen an der Playa de Palma umhergeht. Er macht die Senioren für die Verbreitung verantwortlich, da sie sich nicht an gewöhnliche Hygieneregeln gehalten hätten.

Die Hotelgäste berichteten dem "Diario de Mallorca", dass sie sowohl das Abendessen am Dienstag als auch das Frühstück am Mittwoch im benachbarten Palma Bay Habana eingenommen haben, das zur gleichen Kette gehört. Auch dort hätten sich fünf Hotelgäste angesteckt.