Weltfrauentag auf Mallorca: Warum es am 8. März zwei Demos gibt – und wann und wo Sie mitlaufen können
Die feministische Bewegung in Spanien ist gespalten, aber es gibt ein gemeinsames Ziel: Präsenter sein als je zuvor

Archivbild von einer Demo zum Weltfrauentag in Palma. / B. Ramon
Der Feminismus in Spanien hat Risse bekommen, vor allem seit dem vergangenen Jahr. Das zeigte sich auf nationaler Ebene, aber auch auf Mallorca, wo 2023 erstmals eine alternative Demonstration zum Weltfrauentag am 8. März stattfand. Damals tauchten zahlreiche Fragen auf: Ist der Feminismus gespalten, liegt der Ursprung im von der Zentralregierung verabschiedeten Transsexuellengesetz, handelt es sich um eine unüberbrückbare Kluft?
Diese Themen kommen in diesem Jahr erneut auf, da nun wieder zwei Märsche in Palma stattfinden. Die Sprecherinnen der zwei Bewegungen, dem "Moviment Feminista de Mallorca", das jedes Jahr die offizielle Demo organisiert, und der "Coordinadora Transfeminista" der Insel, wollten sich auch nur getrennt zu einem Gespräch mit der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" treffen. Dennoch machten beide jeweils deutlich, dass es zwar Unterschiede zwischen ihnen gibt, sie aber ein klares Ziel eint: dass der Feminismus heute "notwendiger denn je" ist, wegen der Diskurse der Ultrarechten, die die Bewegung "in die Gefahr des Rückschritts" bringen und den "Kampf von der Straße aus" unabdingbar machen.
Unterschiedliche Positionen
Sara Barceló, die Sprecherin der neuen Gruppierung, die Trans-Personen explizit mit einbezieht, erklärt, warum ihre Initiative entstanden war: als "Reaktion auf die Notwendigkeit, einen sicheren Raum für Trans-Personen zu schaffen, angesichts der transphoben Tendenz, die innerhalb der Moviment Feminista festgestellt wurde." Damit wollte sie jedoch nicht allen Mitgliedern unterstellen, transphob zu sein. Doch die Gruppe kritisiert unter anderem, dass mit Radfem Mallorca im Jahr 2022 ein Kollektiv im Zuge der Demonstation auf die Bühne gelassen wurde, das eine Rede gehalten habe, in der die Existenz von Trans-Personen geleugnet wurde.

Links: Sara Barceló, Sprecherin der Coordinadora Transfeminista, rechts: María José Busquets und Anna Prats vom Moviment Feminista. / Manu Mielniezuk
María José Busquets und Anna Prats, Sprecherinnen der feministischen Bewegung, wehren sich dagegen, als transphob bezeichnet zu werden: "Das bedeutet, dass man eine Phobie gegenüber Trans-Personen hat, und in der feministischen Bewegung ist das nicht der Fall, weil wir niemanden ausschließen. Jede feministische Frau, ob trans oder nicht, kann dazugehören, denn die einzige Voraussetzung ist, dass sie Feministin ist", betonten sie. Allerdings äußerten sie Kritik an einigen Punkten des Transsexuellengesetzes. Sie seien besorgt, dass die Ausweitung der Rechte für eine Gruppe mit den Rechten der Frauen kollidieren könnte. "Das Äußern von Zweifeln ist keine Transphobie", so die Sprecherinnen.
Die Qual der Wahl zwischen zwei Demos
Bereits 2023 hatten sich die beiden getrennt organisierten Kundgebungen zum Weltfrauentag zeitlich überschnitten – was zu Unmut bei einigen Teilnehmer*innen geführt hatte, die gern zu beiden Demonstrationen erschienen wären. Auch die Politiker*innen der Insel hatten sich aufgeteilt. In diesem Jahr wird es wohl ähnlich ablaufen, denn beide Demos starten am heutigen Freitag (8. März) um 19 Uhr. Hier finden Sie die Routen der Märsche. /bro

Die Routen der beiden Demonstrationen zum Weltfrauentag in Palma. / DM
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