Aus Protest gegen Motorradrennen in der Serra de Tramuntana im Nordwesten von Mallorca haben Anwohner am Samstag (14.10.) zeitweise die Landstraße Ma-10 in Banyalbufar gesperrt. Die Demonstranten hielten die Sperrung für rund eine halbe Stunde aufrecht, in der Zeit kam es zu Anfeindungen und Bedrohungen, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet.

Lange Autoschlange

"Serra de Tramuntana, Welterbe des Lärms und der Verkehrsdelikte", war auf einem Transparent zu lesen, hinter dem die Demonstranten auf der Fahrbahn eine menschliche Barriere bildeten. Einige Motorradfahrer versuchten, um die Menschenmenge herumzufahren, Autofahrer traten aufs Gaspedal und ließen aus Protest die Motoren aufheulen. Es bildete sich eine längere Autoschlange. Man bedauere, dass auch Pkw-Fahrer von dem Protest betroffen seien, die nichts mit den Motorradrennen zu tun haben, aber dies sei eine "ökologische Katastrophe" auf die aufmerksam gemacht werden müsse, hieß es.

Tramuntana. Nele Bendgens

Langjährige Forderungen

Bei den Demonstranten wurde zudem Kritik an der Untätigkeit der Politik laut. Das Welterbe der Tramuntana müsse geschützt und wenn nötig permanent überwacht werden. Vorgeschlagen wurden die Aufstellung von Radarfallen, die Messung der Lärmbelastung sowie Videoüberwachung. Da man mit der diplomatischen Strategie nicht weiterkomme, werde man nun andere Wege gehen, heißt es bei der Initiative Indignats Ma-10. Die Sperrung der Straße in Banyalbufar war nun der erste handfeste Protest der betroffenen Anwohner.

Lärm im Welterbe

Die Kulturlandschaft der Tramuntana wurde vor mittlerweile mehr als zehn Jahren von der Unesco zum Welterbe erklärt. Die Landstraße Ma-10 führt durch den gesamten Gebirgszug von Andratx im Südwesten bis Pollença im Nordosten von Mallorca. Die Panoramastraße ist nicht nur bei Ausflüglern beliebt, auch Motorradfahrer schätzen die serpentinenreiche Strecke. Anwohner protestieren seit Jahren gegen illegale Rennen, die sich die Fahrer lieferten.