Seit Mittwoch (8.11.) wundern sich die Bewohner von Portitxol, el Molinar, Ciudad Jardín, Cala Gamba und Cala Estancia in der Bucht von Palma über eine große Plattform auf dem Meer. Sie wurde etwa 100 Meter vor der Küste, vor dem Torrent Gros, der el Molinar und Ciudad Jardín trennt, installiert - und avancierte direkt zum Foto-Motiv, dessen Funktion, Sinn und Zweck den Menschen Rätsel aufgibt.

Die Plattform gehört dem Unternehmen Ensaya, arbeitet mit Genehmigung des Ministeriums für ökologischen Wandel und wurde von der staatlichen Institution Acuaes (Aguas de las Cuencas de España) in Auftrag gegeben. Sie führt ein im Dezember 2022 beschlossenes Projekt der Stadtwerke Emaya durch, bei dem der derzeitige Auslass für Regen- und Mischwasser durch ein längeres Leitungsrohr ersetzt wird. Er soll die Neptungras-Wiese in der Bucht von Palma schützen.

Weiter von der Küste entfernt

Der derzeitige Abfluss beginnt an der Kläranlage Palma II und besteht aus einem ersten, 1.526 Meter langen Landabschnitt, der parallel zum Torrent Gros verläuft, und einem Unterwasserabschnitt, der senkrecht zur Küste verläuft und eine Gesamtlänge von 1.172 Metern hat.

Aufgrund der unzureichenden Kapazität und der im Laufe der Zeit eingetretenen Verschlechterung des Zustands dieses Abflusses kommt es in den Spitzenzeiten häufig zu Überläufen. Das neue Leitungsrohr mit einer Einleitungsstelle stromabwärts der bestehenden Neptungras-Wiese mit einer Gesamtlänge von etwa 6.655 Metern (1.685 Meter für den Landabschnitt und 4.970 Meter für den Meeresabschnitt) soll die Situation verbessern. Die Kosten für die Arbeiten belaufen sich auf 2,4 Millionen Euro, und die Bauzeit beträgt 49 Monate.

Viele Anwohner haben die Plattform aus verschiedenen Blickwinkeln fotografiert. Miguel Vicens

Unter Meeresschützern sind diese Maßnahmen umstritten, da es zwar ein Fortschritt ist, wenn Abwasser weiter von der Küste entfernt ins Meer geleitet wird, das Ziel aber eigentlich sein müsse, gar kein Schmutzwasser mehr ins Meer fließen zu lassen. /bro