Der November war in diesem Jahr auf Mallorca äußerst regenarm, und das macht sich auch in den Stauseen bemerkbar. Nachdem während des doch eigentlich niederschlagreichen Monats ersten Auswertungen zufolge balearenweit weniger als 20 Liter pro Quadratmeter gefallen sind, sind die Wasserreserven deutlich zurückgegangen. In einem Video der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" ist zu sehen, dass der Gorg Blau in weiten Teilen ausgetrocknet ist. Zuletzt war der Stausee zu 32,98 Prozent gefüllt, der benachbarte Cúber zu 37 Prozent.

Einer der trockensten November der Geschichte

Mit den weniger als 20 Litern pro Quadratmeter war der November der dritttrockenste Monate des Jahres (im März und Juli regnete es noch weniger). Wie der spanische Wetterdienst Aemet in den sozialen Netzwerken bekannt gab, waren nur drei November seit Aufzeichnung der Wetterdaten im Jahr 1961 trockener. Zudem war es auch ungewöhnlich warm. 2021 fielen im November 260 Liter pro Quadratmeter, 2022 waren es 100 Liter.

Der Gorg Blau im Dezember 2023. James Jaume

Das Problem wird dadurch verschärft, dass auch der Oktober sehr trocken war. 40,9 Liter Niederschlag fielen pro Quadratmeter. Üblich waren in den vergangenen Jahren ein Durchschnitt von 73,8 Litern. Die Trockenheit folgt auf zwei regenreiche Jahre.

Vorwarnstufe für Trockenheit ausgerufen

Im vergangenen Jahr hatte das für die Stauseen zuständige Rathaus Palma die Vorwarnstufe für Trockenheit ausgerufen, als der Gorg Blau zu 35 Prozent gefüllt war. Dies könnte nun wieder passieren. In anderen Teilen der Insel wie in Artà, der Inselmitte und in der Tramuntana ist die Situation ähnlich kritisch. Inselweit liegen die Wasserreserven bei 56 Prozent.

Der Gorg Blau im Dezember 2023. James Jaume

Immerhin: Für kommenden Donnerstag sind Regenfälle angesagt. Inwieweit diese dann wirklich eintreten, bleibt abzuwarten. In den vergangenen Wochen waren mehrfach Niederschläge angekündigt worden, was dann tatsächlich herunterkam, war eher mau. /pss/rp