Mallorca Zeitung

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Angst vor Trockenheit auf Mallorca: Kaum ein Tropfen im regenreichsten Monat gefallen

Drohen bald drastische Maßnahmen im Winter? Immerhin soll es die Tage ein wenig regnen

Noch ist der Stausee Gorg Blau nicht so leer, doch die Trockenheit sucht Mallorca heim. EFE / Cati Cladera (Archiv)

Dass im Sommer auf Mallorca monatelang kaum ein Tropfen Regen fällt, ist normal. Eigentlich wird das durch regenreiche Monate im Herbst, Winter und Frühjahr ausgeglichen. Besonders der November war dafür da, um die Stauseen aufzufüllen, die die Insel hauptsächlich mit Trinkwasser versorgen. Das Problem: Dieses Jahr hat es im eigentlich sonst regenreichsten Monat des Jahres auf Mallorca kaum geregnet. Die Behörden haben nun die ersten Warnstufen wegen Trockenheit ausgerufen.

Der durchschnittliche Niederschlag im Vergleichszeitraum (1991-2020) liegt bei 95 Litern pro Quadratmeter im November. Dieses Jahr fielen gerade mal 40 Liter. Damit war der November der dritttrockenste Monate des Jahres (im März und Juli regnete es noch weniger). Wie der spanische Wetterdienst Aemet in den sozialen Netzwerken bekannt gab, waren nur drei November seit Aufzeichnung der Wetterdaten im Jahr 1961 trockener. Zudem war es auch ungewöhnlich warm.

Das Problem wird dadurch verschärft, dass auch der Oktober sehr trocken war. 40,9 Liter Niederschlag fielen pro Quadratmeter. Üblich waren in den vergangenen Jahren ein Durchschnitt von 73,8 Litern. Die Dürre folgt auf zwei regenreiche Jahre. 2021 fielen 260 Liter pro Quadratmeter im November, 2022 100 Liter.

Wie steht es um den Trinkwasservorrat?

Die Wasserpegel an den Stauseen sind noch im normalen Rahmen. Der Durchschnitt liegt zu diesem Jahreszeitpunkt bei einer Füllmenge von 35 Prozent. Gorg Blau liegt mit 32,8 Prozent knapp darunter, Cúber mit 41,5 Prozent sogar darüber. Das Rathaus Palma gab eine Vorwarnstufe der Trockenheit aus. Auf diese würden Maßnahmen folgen, die man sonst nur aus den heißen Sommermonaten kennt: Der Wasserverbrauch müsste eingeschränkt werden. Inselweit beziffern die Behörden den Wasservorrat auf 56 Prozent. Die bislang letzte Wasserstandsmeldung stammt jedoch noch vom 22. Oktober.

Immerhin soll es ab Donnerstag anderthalb Tage lang regnen. Danach stehen jedoch schon wieder ganz viele sonnige und trockene Tage an.

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