Zugangsbeschränkung für Ausländer an Stränden auf Mallorca – was ist da dran?

Eine Bürgerversammlung hat über Vorschläge für Maßnahmen gegen den Klimawandel abgestimmt. Das Ergebnis sorgte bei manchen für ein wenig Verwirrung – und für irreführende Schlagzeilen

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Die Bürgerversammlung "Assamblea Ciutadana pel Clima de Mallorca" hat am Dienstag (7.3.) die Ergebnisse eines mehrmonatigen Prozesses vorgestellt, bei dem Vorschläge für die Bekämpfung des Klimawandels auf der Insel erarbeitet wurden. An der Initiative, die von der Balearen-Universität UIB ausging und von der Regionalregierung unterstützt wurde, waren 60 Personen beteiligt. Sie sollten einen Querschnitt der Inselbevölkerung darstellen, was Geschlecht, Bildungsgrad, Wohnort, Einkommen und Alter angeht.

Erfahren Sie hier mehr über das Projekt und das Auswahlverfahren:

Die Personen, im Zweifel alles andere als radikale Klimaschützer, hatten sich über mehrere Monate getroffen, konkrete Vorschläge erarbeitet und über diese abgestimmt. Der Clou: Die Balearenregierung und der Inselrat hatten sich verpflichtet, alle Vorschläge umzusetzen, die es auf eine Zustimmung von 90 Prozent schaffen. Bei allen Vorschlägen, die mindestens 50 Prozent Zustimmung erhalten, hatten die beiden Institutionen versprochen, sich diese anzuschauen – und im Falle einer Ablehnung eine detaillierte Begründung mitzuliefern.

Das sind die Vorschläge, die es geschafft haben

Insgesamt hat die Bürgerversammlung 56 Vorschläge verabschiedet, davon 32 mit der notwendigen 90-Prozent-Mehrheit. Gegliedert wurden diese in sechs Kategorien: Transport, Energie, Konsumverhalten, Wasser, Ökosysteme sowie Bildung & Sensibilisierung. Zu den verabschiedeten Vorschlägen gehört etwa eine stärkere Reduzierung der Kreuzfahrtschiffe als es jetzt der Fall ist (94 Prozent Zustimmung), Begrenzung der Anzahl an Urlaubern (93 Prozent), Reduzierung der Mietwagenflotte (93 Prozent) und die Ausweitung der finanziellen Beihilfen für die Installation von nachhaltigen Energiequellen (94 Prozent). Auf 96 Prozent Zustimmung kam die Einführung eines Pfandsystems. Ebenfalls 96 Prozent befanden die Ausweitung der Meeresschutzzonen für zustimmungswürdig.

Zugangsbeschränkung für Ausländer?

Verschiedene Inselmedien hatten berichtet, zu den Vorschlägen gehöre auch eine Zugangsbeschränkung für Ausländer an den Stränden. Tatsächlich findet sich im "Vorschlag 48" die Idee, eine Zugangsbeschränkung an Stränden einzuführen, die besonders viel Zulauf haben. Der Vorschlag erwähnt die Möglichkeit, Residenten (also nicht unbedingt Spaniern) den Vorzug gegenüber Nichtresidenten (also nicht unbedingt Ausländern) zu geben. Dies könne über ein Quotensystem funktionieren. Die Idee sieht weiter vor, dass man ein "Ticket" für den Strand löst. Wenn man ohne gültiges Ticket erwischt wird, gibt es eine Strafe.

Unter diesem Link können Sie sich alle Vorschläge inklusive Abstimmungsergebnis detailliert durchlesen,

Keine große Zustimmung

Allerdings: Der Vorschlag stieß nur auf mäßige Begeisterung. Nur 69 Prozent der Abstimmenden hielten das für eine gute Idee. Damit war es der Vorschlag, der am drittwenigsten Zustimmung fand. Nur das Verbot, neue Swimming Pools zu bauen (63 Prozent) und die Einführung eines Umweltführerscheins (61 Prozent) wurden schlechter bewertet.

Theoretisch muss sich die Balearen-Regierung also mit dem Vorschlag einer Zugangsbeschränkung mit Ticketsystem auseinandersetzen. Allerdings düfte dies eher unten auf der Prioritätenliste stehen.