Mallorca Zeitung

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Zu wenig Personal: Auf Mallorca können jetzt auch Ärzte arbeiten, die kein Katalanisch sprechen

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, macht die Balearen-Regierung eine Ausnahme

Eine Archivaufnahme von einem Protest gegen die Katalanischpflicht in der Gesundheitsbehörde Guillem Bosch

Um den aktuellen Ärztemangel zu bekämpfen, wirft die Balearen-Regierung einen Grundsatz über Bord: Es sollen auch Ärzte eingestellt werden, die nicht über Katalanischkenntnisse verfügen. Bisher war ein Niveau B2 Pflicht. Die Regierung der Inselgruppe, zu der auch Mallorca gehört, veröffentlichte am Dienstag (20.12.) im Amtsblatt BOIB Ausschreibungen für insgesamt 969 Ärzte. Diese Stellen sollen innerhalb von höchstens zwei Jahren besetzt werden und das Gesundheitssystem vor dem drohenden Kollaps retten.

Seit langem sind Wartezeiten für Facharzttermine und Operationen im öffentlichen Gesundheitssystem extrem lang, die Corona-Pandemie hat dieses Problem noch einmal verschlimmert. Nicht nur Patienten, sondern auch die Mitarbeiter leiden unter diesem Umstand.

Ärzte vom Festland nach Mallorca locken

In der Balearen-Universität (UIB) werden erst seit 2016 Ärzte ausgebildet, die Inselgruppe ist also auf Mediziner aus dem spanischen Festland angewiesen. Und die lassen sich vielleicht eher locken, wenn sie nicht erst eine Sprache lernen müssen. So zumindest der Gedanke. Die balearische Gesundheitsbehörde IB-Salut soll nun einen Bericht für jede der Fachrichtungen erstellen, die aufgrund von Fachkräftemangel von Katalanischkenntnissen befreit werden sollen. Im Amtsblatt beruft sich die Balearen-Regierung darauf, dass das Gesetz, das Katalanisch im öffentlichen Dienst verlangt, für genau solche Fälle wie den Mangel an Fachkräften Ausnahmen vorsieht.

Unter den neuen Stellen sind 463 für Fachärzte vorgesehen. Davon sollen beispielsweise die 52 Anästhesisten und 80 Notärzte von der Katalanischpflicht ausgenommen werden. Die weiteren 507 Stellen sind für die medizinische Erstversorgung (atención primaria) eingerechnet, darunter 265 Allgemeinmediziner, 85 Kinderärzte und 121 Notärzte.

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