Mallorca Zeitung

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Wohnraumgesetz auf Mallorca: Aussicht auf niedrigere Mieten?

Die spanische Zentralregierung hat das Gesetz verabschiedet, mit dem es unter anderem Steuererleichterungen für Vermieter geben wird

Spanien hat ein neues Wohnungsgesetz. Pere Joan Oliver

Spanien und somit auch Mallorca hat ein neues Wohnraumgesetz. Am Donnerstag (27.4.) hat die spanische Zentralregierung in Madrid das Gesetzeswerk nach drei Jahren intensiver Debatten verabschiedet. Unter anderem können die Balearen nun Regionen mit angespannten Wohnverhältnissen ausweisen, wobei die Balearen-Regierung bereits in Aussicht stellte, alle Inseln als sogenannte zonas tensionadas definieren zu wollen. Darüber hinaus ist ein Mietendeckel nun möglich. Und: Es wird Steuererleichterungen für Eigentümer geben, die sich dazu durchringen, ihre leerstehenden Wohnungen zu vermieten. Das war zuvor nicht bekannt.

Vor allem Vermieter, die weniger als fünf Immobilien besitzen, sollen von diesen Steuerreduzierungen profitieren. Allerdings müssen sie auf der anderen Seite die Mieten einfrieren oder senken. Wer die Mietpreise um fünf Prozent senkt, kann mit einer Reduzierung der Einkommensteuer auf die Vermietung zwischen 50 und 90 Prozent rechnen.

Auch Vermietungen an junge Leute werden belohnt

Vermietungen an junge Leute zwischen 18 und 35 Jahren werden mit einer Erleichterung von 70 Prozent belohnt und wer im Lauf der zwei vorangegangenen Jahre Renovierungen veranlasst hat, kann mit einem Nachlass von 60 Prozent rechnen. Die Anreize scheinen gerade auf den Inseln wichtig, wo derzeit rund 70.000 Wohnungen leer stehen und andererseits die Mietpreise immer weiter steigen.

Die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol feierte die Verabschiedung des Gesetzes, weil es sich um eine "dringliche Forderung dieser Autonomen Region und meiner Regierung im Speziellen" handele. Zum ersten Mal kümmere sich eine Zentralregierung darum, dass der Wohnraum "ein Recht der Bürger" sei und nicht "Objekt der Spekulation". Gerade auf den Balearen seien die Steuererleichterungen für Vermieter wichtig, weil dadurch vielleicht einige von ihnen statt an Urlauber an Langzeitmieter vermieten.

Mietendeckel von drei Prozent im Jahr 2024

Die weiteren Maßnahmen des Wohnungsgesetzes wurden wie geplant verabschiedet. Dazu gehört etwa der Mietendeckel von zwei Prozent Erhöhung im Jahr 2023 und drei Prozent im Jahr 2024. Auch Zwangsräumungen sind mit dem neuen Gesetz nicht mehr so einfach möglich.

Die Abgeordnete der Linkspartei Podemos von den Balearen, Antònia Jover, stimmte für das Vorhaben, das sich in ein "grundlegendes Gesetz" für die Inseln "verwandeln wird". Dennoch müsste auch weiter daran gearbeitet werden, die Immobilienverkäufe an Nicht-Residenten einschränken zu können. Die Regionalpartei El Pi dagegen spricht von einer "kompletten Invasion in Bezug auf Zuständigkeiten". Der Mietendeckel führe darüber hinaus dazu, dass noch mehr Mietwohnungen auf dem Markt fehlen werden. /jk

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