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Mallorca Zeitung

Warum Elektrokutschen in Palma de Mallorca jetzt doch "unmöglich" sein sollen

Ab dem Jahr 2024 sind Pferdekutschen in der Stadt verboten. Der geplante Umstieg auf die elektrische Alternative gestaltet sich allerdings schwierig

Haben ab 2014 ausgedient: Pferdekutschen in Palma de Mallorca. GUILLEM BOSCH

Der Kutschen-Knatsch geht in die nächste Runde: Nachdem das Video eines zusammengebrochenen Pferdes im Netz verbreitet worden war, hatte der Stadtrat von Palma de Mallorca Ende Juli beschlossen, Pferdekutschen ab 2024 zu verbieten. Stattdessen soll der Wandel hin zu Elektrokutschen subventioniert werden. Doch der Umstieg scheint nicht so einfach zu werden, wie man ihn sich im Rathaus vorgestellt hat.

Das Unternehmen "Beer Bike España", ein Pionier bei der Entwicklung von Elektrokutschen in Europa, von dem sich der Stadtrat inspirieren ließ, meldet sich nun zu Wort – und behauptet, dass diese Alternative derzeit "unmöglich" sei. Trotz der anfänglichen Nachfrage sei das Projekt aufgrund eines Hindernisses, das im Moment unüberwindbar scheint, "praktisch aufgegeben" worden.

Keine eigenen Vorschriften für Elektrokutschen

Das Problem: Da es für diese neuen Gefährte keine speziellen Vorschriften gibt, müssen sie sich den für Elektrofahrzeuge geltenden Bestimmungen unterwerfen. Demnach müssen sie die gleichen Eigenschaften wie ein normales Auto haben, zum Beispiel automatische Bremsen, Airbags und Sicherheitsgurte. "Wir sollten aufhören, Kutschen zu verkaufen, und stattdessen Autos verkaufen", bedauert Toni Mira von Beer Bike.

Die Idee sei vor einigen Jahren entstanden, nachdem man das Interesse der Menschen und die Beliebtheit der Kutschen in anderen Ländern wie Mexiko beobachtet hatte. Die Bedingungen, um eine Genehmigung für den Verkehr auf öffentlichen Straßen zu erhalten, machten den Plan, die Fahrzeuge in die Altstadt zu holen, jedoch undurchführbar: "Allein aufgrund ihres Erscheinungsbildes würden sie die Tests nicht bestehen", so Mira. Ihr Verkauf sei daher auf Privatpersonen beschränkt.

Stadtrat soll das Projekt aus diesem Grund auf Eis gelegt haben

Nach Angaben des Unternehmens ist sich der Stadtrat dieser Situation bewusst. Beer Bike behauptet, dass das Rathaus die Firma bereits kontaktiert hatte und ihnen genau aus diesem Grund vor etwas mehr als eineinhalb Jahren mitteilte, dass man das Projekt auf Eis legen würde. "Die einzige Lösung für die Verwirklichung des Vorschlags besteht darin, dass die Stadtverwaltungen besondere Vorschriften für Kutschen erlassen", sagt Mira. "Wenn sie wollten, könnten sie ihre Verbreitung genehmigen, aber sie wollen ihren Beitrag dazu nicht leisten." 

Der für Mobilität zuständige Stadtrat Francesc Dalmau bestreitet seinerseits, schon ein "Marktstudienverfahren" eingeleitet zu haben, um festzustellen, welches Fahrzeugmodell die traditionellen Pferdekutschen ersetzen wird. "Ich habe mit keinem Unternehmen Kontakt aufgenommen, das mit diesem Bereich zu tun hat", sagt er.

Der erste Schritt sei jetzt, die Möglichkeiten und die Kosten zu prüfen. Der Stadtrat verwies darauf, dass die Abstimmung über diesen Vorschlag noch nicht lange zurückliegt. Aus diesem Grund sei das Fahrzeug, das die Pferde ersetzen soll, noch nicht festgelegt worden. /bro 

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