Die Aktien der Taxifahrer auf Mallorca sinken immer weiter. Nachdem der Fahrdienstanbieter Uber mittlerweile auf der Insel schon die günstigeren Preise aufruft, sollen künftig weitere Schranken fallen, die den US-Konzern bislang bremsen. Die Balearen-Regierung will die 30-minütige Reservierfrist für die Uber-Fahrzeuge kippen. Zudem dürften bald viel mehr Autos des Unternehmens über die Insel fahren.

Der Oberste Gerichtshof Spaniens hatte die 30 Minuten-Frist für die VTC-Fahrzeuge (als Mietwagen mit Fahrer in Deutschland bekannt) im Baskenland gekippt. Die Entscheidung ist quasi auch für die Balearen gültig. Zudem bestand bislang ein Limit an Uber-Fahrzeuge auf Mallorca. Das Verhältnis zwischen Taxis und Uber musste 30:1 betragen. Das verstößt allerdings gegen ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs von Juni. Anschließend flatterten 10.000 Bewerbungen für neue VTC-Lizenzen auf Mallorca und Ibiza herein. Das balearische Verkehrsministerium muss nun eilig die Kriterien für die Vergabe von Lizenzen festlegen.

Was unterscheidet Uber noch von einem Taxi?

Um Uber nicht völlig freie Fahrt zu erteilen, arbeitet das Ministerium an neuen Richtlinien, die den normalen Taxifahrern noch ein paar Privilegien lassen. Tatsächlich gibt es derzeit nur noch wenige Unterschiede zwischen einem Taxi und einem Uber. Die VTC-Fahrzeuge dürfen Fahrgäste nur nach vorheriger Reservierung annehmen. Das bedeutet, Uber darf keine winkenden Fahrgäste am Straßenrand einsammeln, sondern muss auf eine Buchung per App bestehen. Das soll bald Sekunden vor der Fahrt möglich sein.

Zudem arbeitet der US-Konzern derzeit nur in Palma, Calvià, Andratx und Llucmajor. In diesen Gemeinden werden inselweite Fahrten angenommen. Sprich eine Fahrt von Palma nach Cala Ratjada ist möglich. Es wird aber kein Fahrzeug nach Cala Ratjada kommen, um dort einen Passagier einzusammeln.