Der Prozess gegen Megapark-Besitzer Cursach wird früher als geplant beendet
Ein ehemaliger Nachtclub-Kontrolleur der Stadt Palma lässt den ehemaligen Ermittlungsrichter und den Staatsanwalt in keinem guten Licht erscheinen

Der ehemalige Kontrolleur sagt vor Gericht im Cursach-Prozess aus. / TSJB
Marcos Ollés
Nachdem die Staatsanwaltschaft am Freitag (18.11.) und zwei der drei Nebenkläger am Montag alle Anklagen fallengelassen haben, ist das Ende des Cursach-Prozesses deutlich nach vorne verlegt worden. Statt wie vorgesehen Ende April kommenden Jahres soll das Urteil nun am 14. Dezember fallen.
Das gab Richterin Samantha Romero am Dienstag zu Beginn des Verhandlungstages bekannt. Zudem wies sie die Nebenkläger darauf hin, dass in ihren Abschlussplädoyers nur Vorwürfe auftauchen dürfen, die auf "konkreten Tatsachen" beruhen. Änderungen und Korrekturen würden nicht zugelassen.
Nachtclub-Kontrolleur als Zeuge vernommen
Im Anschluss daran wurde ein ehemaliger Mitarbeiter des Ordnungsamtes von Palma als Zeuge der Verteidigung vernommen. Dieser war zwischen 2007 und 2014 damit beauftragt, Lokale auf Ordnungswidrigkeiten hin zu prüfen und gegebenenfalls Bußgelder zu verhängen.
Der Zeuge erklärte, dass er regelmäßig Kontrollen in Lokalen der Cursach-Gruppe durchgeführt und auch Bußgelder verhängt habe. Er habe niemals Druck seitens des Unternehmens bekommen, die Berichte zu verändern.
Im Mai 2016 sei er erstmals festgenommen worden. Dies sei keine größere Überraschung gewesen, da die Presse seit Monaten darüber spekuliert hatte, dass gegen ihn ermittelt würde. Als er am nächsten Tag zur Befragung vorgeladen wurde, seien neben dem Ermittlungsrichter Manuel Penalva und dem Staatsanwalt Miguel Ángel Subirán auch zwei Beamte der Nationalpolizei zugegen gewesen. Man habe ihm aber eher allgemeine Fragen gestellt und ihm auch nicht erklärt, welche Vorwürfe gegen ihn vorlagen.
Vernichtung von Beweismitteln
Danach sei die Einweisung in die Untersuchungshaft beschlossen worden. Man habe Sorge, er könne Beweismittel vernichten, so damals die Begründung. "Dabei hatte ich da schon seit Monaten nicht mehr in der Stadtverwaltung gearbeitet", so der Zeuge. "Ich hatte gar keinen Zugang zu den Beweismitteln."
Im Juli desselben Jahres sei er innerhalb eines Tages zweimal zum Gericht gebracht worden. Dort sei ihm deutlich gemacht worden, dass nur eine Aussage gegen Cursach-Lokale wie Megapark oder Tito's ihm einen Weg aus der U-Haft bereiten würden. Neben diesen Vorfällen wurde der Zeuge zu Kontrollen von einzelnen Lokalen befragt, die er im Laufe seiner Tätigkeit als Kontrolleur durchgeführt hatte.
Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. /pss
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