Das durch den Sturm ausgelöste Chaos am Flughafen Mallorca hat am Sonntag (27.8.) auch unzählige deutsche Urlauber erwischt. Thomas K. aus der Nähe von Würzburg etwa wollte um 19.35 Uhr Rückflug antreten. Der 45-Jährige hatte gemeinsam mit seiner Frau eine Woche in Canyamel verbracht. "Rund eine Stunde vor dem Abflug habe ich über die Ryanair-App die Information bekommen, dass der Flug annulliert worden war." An den Monitoren am Airport stand zu dem Zeitpunkt noch, dass der Flug lediglich verspätet sei.

Zunächst versuchte K. sich vor Ort über eine alternative Reisemöglichkeit zu informieren – aussichtslos. Alle Informationsstellen am Flughafen waren restlos überlaufen. Plötzlich keimte kurz Hoffnung auf. Auf den Monitoren war zu lesen, dass der eigentlich gestrichene Flug von Gate C41 starten sollte. Das Ehepaar K. machte sich auf den Weg, doch vor Ort fanden die beiden lediglich Reisende, die sich in der gleichen Situation befanden wie sie selbst. Ryanair-Mitarbeiter waren weit und breit nicht zu sehen. "Wir sind dann zu verschiedenen Gates gegangen, von denen Ryanair-Flüge starten sollten, um vielleicht dort einen Mitarbeiter zu finden", erzählt K. Doch auch dort herrschte hinter den Schaltern gähnende Leere.

Airlines nutzes Ausnahmesituation aus

Die K.s zogen die Reißleine. "Gegen 20 Uhr haben wir beschlossen, dass es keinen Zweck hat." Die Eheleute nahmen einen Mietwagen und buchten ein Hotel in Peguera. "Gegen 20.30 Uhr hatten wir das Auto", erzählt der Reisende. "Im Hotel haben wir die halbe Nacht damit verbracht, einen einigermaßen bezahlbaren Flug zu finden." Keine leichte Aufgabe: "Die Airlines haben meiner Ansicht nach relativ zügig erkannt, dass sie die akute Ausnahmesituation ausnutzen können. Die Flugpreise waren doppelt, wenn nicht sogar dreimal so hoch wie normal. Teilweise haben wir Flüge gesehen, die pro Person über 1.000 Euro kosten sollten."

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In Bildern: Das Unwetter auf Mallorca und die Schäden, die es hinterließ

Nach langer Recherche fanden die K.s für Mittwoch einen Rückflug, der pro Person 260 Euro kostete – allerdings nicht nach Nürnberg, sondern nach Dresden. Flüge in die fränkische Stadt hätten für Donnerstag 665 Euro gekostet, für Freitag rund 450 Euro.

Lage vergleichsweise entspannt

K. erklärt, für ihn und seine Frau sei es vergleichsweise einfach gewesen, sich um eine Unterkunft und alternative Reisemöglichkeiten zu kümmern. Die größte Herausforderung sei, die Betreuung der daheimgebliebenen Kinder für die kommenden Tage zu organisieren. "Aber am Flughafen waren auch viele Familien mit kleinen Kindern, die natürlich in einer weitaus komplizierteren Situation waren." Angesichts der Umstände sei die Lage am Airport erstaunlich entspannt gewesen, so K.