Vermisste Segler vor Mallorca: Jetzt suchen auch die Franzosen nach den Deutschen
Das Suchgebiet wurde in den vergangenen Tagen immer weiter ausgeweitet und umfasst nun auch französische Gewässer im Norden von Menorca

Die Suche nach den Deutschen geht nun auch vor Frankreich weiter / Salvamento Marítimo
Auch fünf Tage nach dem Verschwinden der beiden deutschen Segler am Sonntag (27.8.) zwischen Mallorca und Menorca geben die Rettungskräfte nicht auf. Nachdem in den ersten Tagen zunächst in den Gewässern zwischen den beiden Inseln sowie danach an der Ost- und der Südküste Mallorcas gesucht wurde, wurde das Gebiet nun um die Gewässer vor Südfrankreich erweitert. Da es sich um Gewässer des nördlichen Nachbarlandes handelt, beteiligte sich am Freitag (1.9.) ein Flugzeug der französischen Seenotrettung an den Arbeiten.
Die neun Meter lange "Makan Angin" war am Sonntagmorgen bei scheinbar noch gutem Wetter in See gestochen. Gegen 10 Uhr hatten die beiden Besatzungsmitglieder letztmals Kontakt mit einem Angehörigen in Deutschland. Danach brach die Verbindung ab. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Segler in das schwere Unwetter gerieten, das ab dem späten Vormittag über die Balearen hinwegzog.
Das sind die Vermissten
Bei den Vermissten handelt es sich um einen 53-jährigen Tierarzt, der in früheren Jahren in Deutschland eine Profi-Basketball-Karriere absolviert hatte, aus dem Raum Frankfurt und seinen 19-jährigen Sohn. Sie waren am Samstag von Cala d'Or an der mallorquinischen Ostküste nach Menorca gefahren und wollten am Sonntag zurückkehren. Informationen der "Bild-Zeitung" zufolge gehörte das Schiff dem Schwiegervater des Tiermediziners. Die Familie hatte sich kürzlich ein neues Boot zugelegt. Nach dem Ausflug nach Menorca sollte die "Makan Angin" deshalb weiterverkauft werden.

Das kleine Boot "Makan Angin", mit dem die beiden Deutschen unterwegs waren. / DM
Inwieweit es noch Chancen gibt, die beiden Vermissten lebend aufzufinden, ist unklar. Allerdings schwinden die Chancen mit jedem Tag. Warum die beiden Segler die Wetterwarnung ignorierten, die bereits 48 Stunden vor dem Sturm herausgegeben wurde, ist nicht bekannt. Der deutsche Segelexperte und "Portbook"-Autor Martin Muth sagte der MZ: "Für mich ist die einzige Erklärung, dass sie in einer Bucht an der Kliffküste von Menorca ohne Internetempfang lagen und daher die Sturmwarnungen nicht wahrnahmen."
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