Die Chefin der derzeit im Höhenflug befindlichen AfD, Alice Weidel, hat sich offenbar aus Sorge um einen Anschlag nach Mallorca geflüchtet. Ein Sprecher von Weidel bestätigte einen Bericht des "Spiegel", nach dem sich die rechte Politikerin am Tag der Deutschen Einheit (3.10.) in einem Strandrestaurant an der Ostküste der Insel aufgehalten hat.

Begleitet hatte sie dabei ihre Lebensgefährtin. Offenbar hält sich Weidel seit Sonntag (1.10.) auf Mallorca auf und will in den nächsten Tagen nach Deutschland zurückkehren.

Videobotschaft zum Tag der deutschen Einheit

Eigentlich hätte Weidel am Dienstag zum Feiertag im thüringisch-bayerischen Grenzort Mödlareuth bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung eine Rede halten sollen. Dazu kam es dann allerdings nicht, Weidel schickte lediglich eine Videobotschaft mit.

In dem Video wirkte es so, als halte sich die Politikerin in einem sogenannten Safehouse auf. Dies behauptete zumindest ein Redner der Partei bei einer Veranstaltung in Mödlareuth. In Wahrheit war Weidel am Dienstag allerdings bereits auf Mallorca.

Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende der AfD, spricht vor Beginn der Fraktionssitzung im Bundestag. Foto: Lukas Fortkord/dpa

"Sicherheitsrelevanter Vorfall"

"Ich würde nichts lieber tun, als heute bei Euch zu sein, aber ich kann es leider nicht", sagte Weidel in ihrer Videobotschaft. Ihr Sprecher erklärte dazu, es habe am vorletzten September-Wochenende "einen sicherheitsrelevanten Vorfall" gegeben. Es habe Bedenken gegeben, weshalb die Sicherheitsbehörden Weidel und ihre Familie an einen sicheren Ort gebracht hätten. Der Sprecher erklärte, es hätten "sich Hinweise verdichtet, die auf einen Anschlag auf ihre Familie hindeuteten".

Ein Sprecher der Polizei in Schwyz in der Schweiz bestätigte dem Schweizer Sender SRF am Mittwoch (4.10.), dass es am 23. September einen entsprechenden Polizeieinsatz an der Wohnung von Weidel gegeben habe. Weitere Details wollte er aber nicht mitteilen.

Bundeskriminalamt sieht keine erhöhte Gefahr

Doch wie passt der Aufenthalt auf Mallorca mit dem Eindruck zusammen, dass sich Weidel in Gefahr befinden könnte? Ihr Sprecher erklärte dazu: "Man kann sich wahrscheinlich schwer vorstellen, was es mit einer Familie macht, wenn man unter Polizeischutz sein Zuhause verlassen muss."

Unterdessen hat sich auch das Bundeskriminalamt (BKA) zu Wort gemeldet, das für den Personenschutz von Bundespolitikern verantwortlich ist. Die Absage der Wahlkampfveranstaltung sei nicht auf Empfehlung des BKA erfolgt, das derzeit keine akute Gefährdungslage sehe, hieß es.

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Es sei darüber hinaus nicht richtig, dass Weidel sich in einem Safehouse aufhalte und dieses nicht verlassen dürfe. Sie sei stattdessen an einen sicheren Ort gebracht worden und war zwischenzeitlich am 29. September wieder im Bundestag anzutreffen.