Mallorca Zeitung

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Mallorca Gravel Series bringen neuen Radsport-Trend auf die Insel

Weg vom Asphalt, rein in die Natur: Heute suchen Radsportler gezielt nach holprigen Pisten. Besonders die Inselmitte eignet sich hervorragend dafür

Beim Gravel wird über Feldwege gefahren. Mallorca Gravel Series

Gravel ist etwas für Liebhaber von Radausflügen. „Es ist kein Rennen, sondern ein Event“, beschreibt Borja Salas die Mallorca Gravel Series, die es seit diesem Jahr auf der Insel gibt. „Man entdeckt die Insel, fährt gemeinsam, unterhält sich und lernt Leute kennen.“ Der Mallorquiner arbeitet für die Kaffeerösterei Arabay, zu der auch ein Profi-Radteam gehört, und organisiert nebenbei die Veranstaltungen mit den Querfeldeinrädern, die derzeit der letzte Schrei in der Radsport-Welt sind.

Gravel ist Englisch und bedeutet Schotter, den Untergrund, für den die Räder gemacht sind. „Vor zwei Jahren kannte auf Mallorca so gut wie niemand Gravel. Heute ist es ein weltweites Phänomen“, sagt Salas. Immer mehr Hersteller setzen auf die Räder. Der Trend äußert sich etwa auch darin, dass die Tour de France eine Gravel-Strecke in den Routenplan für das kommende Jahr aufgenommen hat. Etappen über Pflastersteine kennt man beim besten Radrennen der Welt schon. Hier sorgen Stürze aber immer wieder für schwere Verletzungen, die Einfluss auf den Ausgang der Tour nehmen. Weniger Unfälle, dafür aber mehr Platten dürfte es beim Gravel geben. 32 der 199 Kilometer auf der neunten Etappe führen über nicht asphaltierte Wege. Die Frauen durften das Format dieses Jahr schon mal testen. Immer wieder mussten die Radsportlerinnen anhalten und das Rad tauschen, da der Reifen leckte. So weit ist die Technik eben noch nicht ausgereift.

Was ist ein Gravelrad?

„Die Gravelräder sind wie Straßenrennräder mit dickeren Reifen“, erklärt Salas. Auf Mallorca geht es nicht um das Tempo, sondern um die gute Aussicht. „Es gibt keine bessere Art, um den Pla, das Landesinnere der Insel, zu erkunden.“ Gefahren wird bei der Mallorca Gravel Series auf befestigten Wegen fernab von großem Autoverkehr. Gerne auf ebenerdigen Strecken. „Das sind Orte, an die man mit normalen Rädern sonst nicht hinkommt“, so der Veranstalter. Auch bei Frauen und Radsportanfängern sei Gravel beliebt. Anders als beim Rennrad oder Mountainbike werde weder besonders viel Kraft und Ausdauer noch eine gewisse Technik benötigt.

Das letzte der sechs Events dieses Jahr steigt am Samstag (2.12.). „Wir stellen immer zwei Routen zur Auswahl: Eine lange über 120 bis 130 Kilometer und eine kurze über 60 Kilometer. Dafür ist nicht viel Training nötig“, sagt Salas. 55 Prozent der Strecke sind Feldwege, die restlichen 45 Prozent asphaltierte Straßen. Ausgangspunkt und Ziel ist immer die Kaffeerösterei in Lloret de Vistalegre. Auf einen Guide, der den Weg bestimmt, verzichtet der Veranstalter. „Das ist meist doof, wenn man sich dann an ein vorgeschriebenes Tempo halten muss.“ Stattdessen finden sich automatisch Gruppen, die von der Geschwindigkeit zusammenpassen. Die Strecke wird vorher auf einen GPS-Tracker geladen.

Wo bekommt man das Gravelrad auf Mallorca?

Wer kein eigenes Gravelrad kaufen möchte – unter 1.000 Euro ist das kaum möglich –, kann sich eines leihen. Salas arbeitet mit drei kleineren Leihanbietern zusammen. Auch Branchenriese Huerzeler bietet mittlerweile Gravelräder an.

50 Euro kostet die Einschreibung. Wer nicht Mitglied eines Radverbandes ist und somit keine Versicherung hat, zahlt 5 Euro extra. Im Preis sind ein Frühstück und verschiedene Verpflegungsstände inbegriffen. Die Teilnahme ist auf 100 Plätze begrenzt. Infos und Einschreibung: mallorcagravelseries.es

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