Mallorca Zeitung

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Mallorca Challenge 2024: Diese Radprofis gehen an den Start - auch Frauen sind dabei

Erst die Frauen, dann die Männer: Die Mallorca Challenge ist der Saisonstart für den Radsport. An acht Tagen geht es kreuz und quer über die Insel. Strecken und Teilnehmer in der Übersicht

Arnaud De Lie setzte sich vor zwei Jahren im Schlussspurt vor der Kathedrale durch. Atienza / EFE

Mallorca, Australien oder doch lieber auf eigene Faust in den Bergen trainieren? Vor diese Wahl werden jährlich die Radprofis gestellt. Die Mallorca Challenge, offiziell ein zweitklassiges Rennen im Terminkalender des Weltradsportverbandes UCI, markiert den Saisonstart. Sie dient dazu, die eigene Form zu testen, sich in den oft neu zusammengestellten Teams unter Wettkampfbedingungen auf die Kollegen einzustellen und zu schauen, was die Konkurrenz so draufhat. Alternativ startet mit der Tour Down Under gleichzeitig eine erstklassiges Rundfahrt. Manche Fahrer ziehen aber auch ein längeres Trainingslager vor.

In diesem Jahr gibt es erstmal die Challenge auch für Frauen. Die Damen legen am Samstag (20.1.) los und fahren drei Etappen. Nach zwei Tagen Pause folgen die Männer von Mittwoch (24.1.) bis Sonntag (28.1.).

Anders als bei den üblichen Rundfahrten fungieren die täglichen Strecken als eigenständige Trophäen. Die Zeit wird nicht über die komplette Challenge gestoppt, den Teams steht es frei, welche Fahrer an welchem Tag fahren. Den Zuschauern raubt das zwar ein wenig die Spannung, für die Rennställe ist es aber besonders attraktiv, da sie so die Belastung individuell steuern können.

Wer fährt mit?

Bei den Frauen fehlen die ganz großen Namen im Aufgebot. Einerseits hat mit der Holländerin Annemiek van Vleuten die beste Radsportlerin der vergangenen Jahre nun ihre Karriere beendet, andererseits braucht diese Ausgabe der Challenge wohl auch ein wenig Anlaufzeit. Das niederländische Team SD Worx, das Nonplusultra im Frauenradsport, fährt nicht mit. Dafür sind sechs UCI World Teams und die spanische Nationalmannschaft dabei.

Die Italienerin ist laut UCI-Ranking Silvia Persico mit dem zehnten Platz die beste Teilnehmerin. Viele Blicke werden sich auf Mavi García richten. Die 40-jährige Mallorquinerin darf beim Debüt der Challenge nicht fehlen. Sie tritt für das Nationalteam an. Aus deutscher Sicht fahren das Continental Team Maxx-Solar Rose (MZ berichtete) und das World Team Ceratizit mit.

Wesentlich namhafter ist die Starterliste der Männer. Vor allem aus spanischer Sicht. Der 34-jährige Baske Mikel Landa wird auf Mallorca sein Debüt für Soudal Quick-Step feiern. Im vergangenen Jahr holte er bei der Vuelta den fünften Platz. Marc Soler galt einst als einer der möglichen Nachfolger von Alberto Contador. Der 30-jährige ist für das UAE Team Emirates bei der Challenge angemeldet. Mit Movistar ist auch Spaniens Elite-Rennstall dabei. Das Team hat die Fahrer bislang nicht gemeldet. Besonders der Mallorquiner Enric Mas wäre ein attraktiver Teilnehmer.

Beloki und Llaneras sind klangvolle Namen im spanischen Radsport. Die Legenden sind längst nicht mehr aktiv, dafür aber ihre Söhne. Der 18-Jährige Markel Beloki fährt für EF Education-EasyPost, eines von acht teilnehmenden World Tour-Teams. Der 24-Jährige Pau Llaneras geht mit dem Inselteam Arabay Cycling an den Start.

Der deutsche Rennstall Bora-hansgrohe schickt Lennard Kämna, der bei den drei großen Touren schon Etappen gewann, und den Russen Aleksandr Vlásov als ihre starken Männer ins Rennen. Auch den Norweger Alexander Kristoff sollte man nicht aus den Augen verlieren. Wobei sich hier die Frage stellt, wie viel Power er mit 36 Jahren noch im Tank hat. 2017 war er Vizeweltmeister, zudem ist er ein starker Klassiker-Fahrer.

Wo geht es lang?

Die Frauen legen im Südosten los. In einer flachen 127 Kilometer langen Strecke geht es am Samstag (20.1.) von Felanitx nach Colònia de Sant Jordi. Tags darauf geht es von Palma über Sineu bis Valldemossa und von dort bis ins Ziel beim Castell de Bellver. Zum Abschluss stehen 114 Kilometer von Binissalem nach Andratx auf dem Programm.

Bei den Männern sind es die aus den Vorjahren bekannten Strecken. Der Trofeo Calvià ist ein 150 Kilometer langer Rundkurs im Südwesten, am Donnerstag geht es 180 Kilometer von Ses Salines nach Felanitx. Die dritte und vierte Etappe führen durch die Tramuntana. Zuerst 154 Kilometer von Selva nach Lluc, danach 158 Kilometer von Pollença nach Andratx. Zum Schluss geht es von Arenal erst in den Inselosten und dann zurück nach Palma. Strecken und Zeiten: vueltamallorca.com

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