Mallorcas Umweltminister Joan Simonet hat mit seinem Team am Dienstag (7.11.) 19 Schildkrötenbabys am Strand von Cala Millor freigelassen. Es ist der erste Nachwuchs der Tierchen, der nun von den Helfern ins Meer geschickt wurde.

Es kommt etwas überraschend, dass die kleinen Schildkröten von Cala Millor zuerst an der Reihe sind. Die Babys waren Ende August direkt am Strand geschlüpft und wurde im Anschluss in einem Labor in Port d'Andratx aufgepäppelt, bis sie eine entsprechende Größe erreichen, die ihre Überlebenschancen steigert.

Eiablage im Juli

Im Juli hatte eine Meeresschildkröte 82 Eier am Strand von Cala Millor abgelegt. Es war die zweite Eiablage auf Mallorca, einen Monat zuvor debütierte eine Schildkröte an Palmas Stadtstrand Can Pere Antoni. Im August, als Palmas Nachwuchs schlüpfte, hieß es, dass die Kleinen zehn bis zwölf Monate im Labor bleiben. Eigentlich sollen sie erst mit einem Gewicht von über einem Kilogramm in die Freiheit kommen. In einem ersten Versuch schwammen nun 47 etwa 70 Gramm schwere Babys davon. Neben den 19 Schildkröten in Cala Millor wurden gleichzeitig 28 Exemplare am Strand auf Ibiza freigelassen.

Simonet bezeichnete es als "historisches Ereignis", als er die Babys zu Sonnenuntergang ins Meer schickte. "Wenn sie erwachsen sind, kehren sie eines Tages an den Strand zurück, um dann ihre Eier hier abzulegen." Es ist ein Kreislauf.

Normalerweise suchen Meeresschildkröten für die Eiablage eher Strände im östlichen Mittelmeer auf. Die veränderten Meerestemperaturen sorgen dafür, dass sich das Verhalten der Tiere ändert.

So verhalten Sie sich richtig, wenn Sie eine Schildkröte am Strand sehen

Sollten Sie eine Meeresschildkröte am Strand finden, sollten Sie unbedingt die Notrufnummer 112 wählen. Von dort werden alle weiteren Aktivitäten koordiniert. Außerdem sollten Sie sich nicht nähern, keine Fotos mit Blitzlicht machen, möglichst unbemerkt bleiben und Haustiere zurückhalten. Finden Sie hingegen die Spur einer Schildkröte, sollten Sie nicht auf den Sand treten und die Umgebung beobachten, bis die Experten eintreffen. /rp