Das war ein ziemliches Fotofinish: Am Montagnachmittag (31.7.) haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf verbesserte Arbeitsbedingungen für die rund 1.500 Mitarbeiter in den Großwäschereien auf Mallorca und den Nachbarinseln geeinigt. Damit konnte ein Streik ab Dienstag (1.8.) um 7 Uhr gerade noch verhindert werden. Die Einigung sieht vor allem Nachbesserungen beim Gehalt vor.

Der neue Tarifvertrag, den beide Seiten vor dem Arbeits- und Schiedsgericht der Balearen Tamib unterschrieben haben, ermöglicht einen Mindestlohn von 1.200 Euro rückwirkend zum 1. Juli plus einen Zuschlag von 50 Euro. Im Jahr 2025 erhöht sich das Gehalt dann auf 1.300 Euro im Monat, 2026 steigt es dann noch einmal auf 1.385 Euro.

Bisher lediglich Mindestlohn

Der neue Tarifvertrag ist bis 2027 gültig. Sonderzahlungen werden beibehalten und nicht mit der Gehaltserhöhung verrechnet. Bisher verdient die große Mehrheit der Angestellten in der Branche lediglich den staatlichen Mindestlohn von 1.080 Euro.

Zusätzlich zur verbesserten Bezahlung konnten die Gewerkschaften noch erreichen, dass die Angestellten ab dem Jahr 2024 ein Anrecht auf zwei freie Tage in der Woche haben respektive anderthalb Tage in Betrieben mit weniger als 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Immerhin 15 Minuten Pause

Darüber hinaus wurde auch ein Anspruch auf eine Pause von 15 Minuten während des Arbeitstages festgehalten. Die Pause kann auf 30 Minuten ausgebaut werden, wobei die zweiten 15 Minuten dann die Angestellten erbringen und diese Viertelstunde am Ende des Arbeitstages noch dranhängen müssen.

Die Verhandlungen vor dem Schiedsgericht waren langwierig. Seit Mittwoch (26.7.) hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften teilweise in Marathonsitzungen vor dem Tamib getroffen. Die Arbeitgeber hatten zunächst lediglich eine Gehaltserhöhung um 20 Euro auf dann 1.100 Euro angeboten.

Arbeitsbedingungen prekär

Die Arbeitsbedingungen in den Wäschereien auf Mallorca sind teilweise sehr prekär. Die Arbeit wird bei Temperaturen bei teils weit über 40 Grad in dampfig-warmer Luft erledigt. Dazu müssen viele der Beschäftigten häufig Überstunden schieben, weil es zu wenige Mitarbeiter gibt. /jk