Mallorca Zeitung

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Ciro Krauthausen

KOMmENTAR

Ciro Krauthausen

Das Thema Kriminalität auf Mallorca nicht den Rechtspopulisten überlassen

MZ-Chef Ciro Krauthausen fragt in einem Kommentar, was die Behörden auf Mallorca gegen die Häufung der Kriminalität unter Bootsmigranten zu tun gedenken

Polizisten am Strand von Arenal nach der Sperrstunde der Bars. Clara Margais / dpa

Die Zuordnung taucht immer häufiger in den Nebensätzen der Polizeimeldungen auf, sie ist Gesprächsthema unter Journalisten, und auf der Straße reden die Menschen sowieso darüber: Die Insel verzeichnet seit einiger Zeit einen deutlichen Anstieg der Kriminalität unter Einwanderern, die in Booten von Algerien aus nach Mallorca übergesetzt sind.

Das Thema ist heikel, in der öffentlichen Debatte mag es keiner so richtig anfassen, aus Angst, Ausländerfeindlichkeit und Rassismus Vorschub zu leisten. Ein Fehler, bedeutet dies doch, das Problem den jetzt schon hetzenden Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern zu überlassen. Dem auch aus Deutschland bekannten Dilemma – berichten oder nicht berichten? – entkommt man als Journalist nur, indem man dem Freund-Feind-Schema der Populisten die Komplexität der Realität entgegenhält.

Dazu gehört: Die allermeisten irregulären Bootsmigranten werden auf Mallorca routinemäßig aufs Festland überstellt. Unter den Neuankömmlingen, die auf der Insel verbleiben, sind viele, die als unbegleitete Minderjährige einreisten. Sie werden zeitweise von den Behörden betreut, manche von ihnen geraten aber auf die schiefe Bahn. Eine oft aussichtslose Lage begünstigt das Abdriften in die Kriminalität. Nach Algerien abgeschoben werden können sie nicht.

So weit die Bestandsaufnahme. Was daraus folgt, sind Fragen, die nicht verschwiegen, sondern gestellt und beantwortet werden müssen: Wie wollen die Sozialbehörden gegensteuern? Wie sieht die Strategie von Polizei und Justiz aus? Was unternimmt die Politik?

Übersetzung ins Spanische:

Aparece cada vez con más frecuencia en las oraciones secundarias de las noticias policiales, es tema de conversación entre periodistas y, por descontado, suena como runrún en la calle: desde hace algún tiempo, la isla experimenta un notable aumento en la criminalidad entre los inmigrantes que cruzan en patera desde Argelia hacia Mallorca.

El tema es delicado, y en el debate público se suele esquivar por temor a fomentar la xenofobia y el racismo. Un error. Ello significa dejar el problema en manos de los extremistas de derecha y teóricos de la conspiración y sus ya muy presentes incitaciones al odio. Como periodistas, el dilema de ¿informar o no informar? –conocido también en Alemania– solo lo podemos esquivar contraponiendo la complejidad de la realidad frente al esquema amigo-enemigo de los populistas.

A saber: la gran mayoría de los migrantes irregulares en pateras son transferidos rutinariamente a la península desde Mallorca. Entre los recién llegados que permanecen en la isla, muchos llegaron como menores no acompañados. Son atendidos temporalmente por las autoridades, pero algunos de ellos terminan en la delincuencia. Una situación a menudo desesperada favorece su deriva. No pueden ser deportados a Argelia.

Hasta aquí el balance. Lo que de él se desprende son preguntas que no deben ser silenciadas, sino planteadas y respondidas: ¿cómo piensan reaccionar los servicios sociales? ¿Cuál es la estrategia de la policía y la justicia? ¿Qué medidas toman los políticos?

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