Mallorca Zeitung

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Parkuhr, Kosten, Regeln: So klappt auf Mallorca die Parkplatzsuche in Palma

Auto abstellen, abschließen, fertig. Wenn es doch nur so einfach wäre. Nützliche Infos zu einem Dauerbrenner

In den blauen Zonen ist meist ein Parkticket nötig. Foto: Policia Local

Es klingt absurd, aber im Winter ist das Parken in Palma meist schwieriger als im Sommer. Man könnte meinen, dass die Urlauber mit ihren Mietwagen für Chaos sorgen, aber in den warmen Monaten ziehen viele Anwohner den Strand oder ihre Dorffinca der Stadtwohnung vor. In den kalten Monaten ist das andersrum. Hinzu kommen Weihnachtslichter, Feiertage und Schlussverkäufe, die das Zentrum mit Besuchern von außerhalb füllen. Da kann die Parkplatzsuche schon mal eine Stunde dauern. Wohl dem, der sich auskennt.

Die Parkuhr auf Mallorca bedienen

Früher war der Vorgang simpel: Geld reinstecken, die Uhr zeigt an, bis wann das Parkticket gültig ist, grünen Knopf drücken und fertig. Mittlerweile hat die Stadt Palma viele Parkuhren mit einem Solarbetrieb ausgestattet und erneuert. Die Geräte können nun einiges mehr, es sind aber auch ein paar mehr Knopfdrucke bis zum Erhalt des Tickets nötig. Keine Sorge, es ist weiterhin recht unkompliziert.

Unter dem Bildschirm ist ein Power-Knopf, mit dem die Parkuhr eingeschaltet wird. Auf dem Startbildschirm werden die allgemeinen Parkregeln erläutert (später dazu mehr). Links oben mit einem Fingerdruck auf die Flaggen lässt sich die Sprache zwischen Spanisch, Katalanisch, Englisch und Deutsch wechseln. Die Übersetzungen klingen zwar recht holprig, sind aber verständlich.

Ein Infoknopf führt zu einer ausführlicheren Erklärung der Regeln. Ansonsten befinden sich auf der Startseite drei weitere Wahlmöglichkeiten: 1. Neues Parkticket ziehen. 2. Knöllchen bezahlen. 3. Schauen, wie lange ein bereits gekauftes Ticket noch gültig ist. Letzteres ist praktisch, wenn man es vergessen hat und nicht zum Auto laufen möchte.

Nach dem Drücken auf „Neues Ticket kaufen“ folgt die Abfrage, ob man bar oder mit Karte zu zahlen gedenkt. Im nächsten Schritt wird das Kennzeichen des Fahrzeugs erfragt. Das Parkticket muss zwar wie üblich sichtbar ins Auto gelegt werden, allerdings verfügen Palmas Kontrolleure auch über Wagen, die mit Kameras die Nummernschilder lesen, um so bei der Durchfahrt Parksünder aufzuspüren. Beim Eingeben der Kombination aus Buchstaben und Zahlen sollten Tippfehler daher vermieden werden. Im Anschluss können die Münzen eingeworfen oder der Betrag für die Kartenzahlung gewählt werden.

Theoretisch lässt sich das Parkticket auch per Smartphone mit der von der Stadt betriebenen „mobiAPParc“ lösen. Beim MZ-Versuch kommt bei der Registrierung jedoch eine Fehlermeldung. Die Bewertung der App mit 1,5 von fünf Sternen im App-Store spricht Bände.

Die unterschiedlichen Farben der Parkzonen auf Mallorca

Im Vergleich zur Parkplatzsuche ist das Ziehen des Tickets ein Kinderspiel. Nicht nur im Zentrum, wo in manchen Straßen die Einfahrt für nicht ansässige Autos verboten ist (die sogenannten ACIRE-Zonen) und das Parken Anwohnern erleichtert wird (ORA-Zonen). Auch in den Stadtvierteln außerhalb sind an bestimmten Tagen und Uhrzeiten keine freien Stellplätze zu finden.

Besonders beliebt sind die mit weißen Linien auf der Straße markierten Parkzonen. Auf denen ist das Parken für alle Verkehrsteilnehmer zu jeder Zeit kostenlos. Obacht: Es gibt ein Zeitlimit, das das Rathaus Palma vorschreibt. Nach zehn Tagen am selben Fleck droht ein Bußgeld, ab Tag 15 kann der Wagen abgeschleppt werden. In der Praxis werden meist aber nur auf Parkplätzen hinterlassene Unfallwagen abgemahnt und nach einer gewissen Frist abgeschleppt.

Blaue Parkplätze können mit Parkticket belegt werden

Die nächste Farbe auf der Palette ist blau. Die Linien markieren sozusagen die mietbaren Flächen. Die ORA-Zone, in der Anwohner mit gültigem Sticker (Kostenpunkt 24 Euro pro Jahr) kostenlos parken können, erstreckt sich über weite Teile des Zentrums und die Hauptstraße von Cala Major (siehe Karte unten). Anwohner dürfen nur in dem für sie vorgesehenen und mit Zahlen (stehen an Laternen) markierten Gebieten gratis parken. Es gibt Ausnahmen: In den 0/0-Zonen müssen auch Residenten ein Parkticket ziehen.

Die ORA-Zone ist nur von Montag bis Freitag von 9 bis 14.30 Uhr sowie 16.30 bis 20 Uhr und samstags von 9 bis 14.30 Uhr gültig. Außerhalb dieser Zeiträume (und feiertags) gelten die blauen Zonen quasi wie weiße.

Die ORA-Zonen in Palma. | FOTO: MOBIPALMA Ralf Petzold

Bei den gelben Zonen genau hinschauen

In Palma sind zudem gelbe Linien gängig. Mit denen werden Sonderzonen markiert. Dabei handelt es sich meist um Parkplätze zum Be- und Entladen, Stellplätze für Menschen mit Behinderung, für Motorräder (die übrigens immer kostenlos in allen blauen Zonen parken dürfen) oder für Fahrzeuge bestimmter Behörden. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf das Verkehrsschild. Denn fast immer ist die Sonderzone zeitlich begrenzt.

Bei den Ladezonen sind die gängigen Zeiträume montags bis freitags von 8.30 bis 13.30 Uhr sowie 16 bis 18.30 Uhr und samstags von 8.30 bis 13.30 Uhr. Außerhalb dieser Zeit – sowie an Sonn- und Feiertagen – können diese Parkplätze ganz normal benutzt werden. Achtung: Befindet sich die Stelle in einer ORA-Zone, muss in der ORA-Zeit ein Parkticket gezogen werden.

Das kostet das Parken auf Mallorca

Die Parkgebühren sind von Zone zu Zone unterschiedlich. Der Stundentarif schwankt von 75 Cent bis 1,45 Euro. Das Parkticket muss mindestens eine halbe Stunde abdecken. Maximale Parkdauer mit einem Ticket: zwei Stunden.

Ein längeres Abstellen ist in den öffentlichen Parkhäusern möglich. Dort liegen die Kosten zwischen 1,30 Euro und 3 Euro die Stunde. Für den ganzen Tag zahlt man bis zu 28,48 Euro. Dafür ist dort bis auf wenige Stoßzeiten im Sommer fast immer ein freier Parkplatz garantiert.

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