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Mallorca Zeitung

Extreme Trockenheit auf Mallorca: erschöpfte Brunnen in Sóller, Gießverbot in Artà

Immer mehr Gemeinden beschließen Maßnahmen zum Wassersparen

Bewässerung eines Feldes im Tal von Sóller. Joan Mora

Die anhaltende Trockenheit auf Mallorca hat immer mehr direkte Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Laut den Verantwortlichen des Bewässerungs-Verbunds im Tal von Sóller fließt aus einigen Quellen kaum noch Wasser. Die Situation sei "beunruhigend", in den Anbauflächen im unteren Teil des Tals komme nur noch wenig Wasser an.

Wie Lluís Forteza, Vorsitzender der Bewässerungsgemeinschaft berichtet, versorgten die Quellen s'Olla und Na Grieta die Bewässerungsanlagen und das Trinkwassernetz von Sóller praktisch gar nicht mehr. Noch nicht erschöpft seien dagegen die Quellen s'Ullet und Na Lladonera. Seit November hat es im Tal von Sóller kaum geregnet.

Kritisch sei die Situation vor allem im Gebiet von l'Horta. Forteza befürchtet, dass bei anhaltender Trockenheit die Orangenhaine nicht mehr bewässert werden können.

Wassersparen vorgeschrieben

Dass es seit Monaten auf Mallorca praktisch gar nicht mehr geregnet hat, macht sich auch in anderen Teilen der Insel bemerkbar. Während Landwirte über schlechte Ernten klagen, haben die Gemeinden Deià und Campos den Anwohnern bereits verpflichtende Maßnahmen zum Wassersparen auferlegt. In Deià beispielsweise dürfen die Bürger ihre Pools nicht mehr auffüllen und ihre Gärten nicht mehr gießen. Ähnliche Verbote gelten seit vergangener Woche auch in Campos.

Gieß-Verbot auch in Artà

Auch das Rathaus von Artà im Nordosten von Mallorca hält nun die Anwohner dazu an, verantwortungsbewusst mit den Wasservorräten umzugehen. Auch hier dürfen private Pools nicht mehr mit Trinkwasser aus dem Hahn gefüllt, die Gärten nicht mehr begossen und Autos oder Terrassen nicht mehr mit dem Gartenschlauch abgespritzt werden.

Zudem beschloss das Rathaus, die Wasserzufuhr für Colònia de Sant Pere zu reduzieren sowie die Zähler für die Versorgung der Gärten und Schwimmbäder von Großverbrauchern wie Hotels zu überwachen. Auch die öffentlichen Grün- und Anbauflächen sollen nicht mehr bewässert werden, bei der Reinigung öffentlicher Außenflächen soll weitgehend auf Wasser verzichtet werden.

Nach Angaben der Gemeindeverwaltung haben die Brunnen, die die Ortsteile s'Estanyol, Montferrutx und Colònia de Sant Pere mit Trinkwasser versorgen, einen "kritischen und besorgniserregenden" Stand erreicht. Um "die Auswirkungen der Trockenheit zu minimieren", haben man "schwierige Entscheidungen getroffen, um größere Übel zu vermeiden, insbesondere in den Siedlungen". /somo

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