Regenrekord und schwere Schäden: So wütete Sturmtief "Juliette" im Osten von Mallorca

Auch mehrere Urlauberhochburgen sind betroffen. In Capdepera wehten die Windböen Teile des Daches der Sportanlage und des Schwimmbads herunter

Sophie Mono

Sophie Mono

Das Sturmtief "Juliette" hat am Dienstag (28.2.) im Osten von Mallorca schwere Verwüstungen angerichtet. In zahlreichen Gemeinden gab es Berichte über umgestürzte Bäume, zerstörte Markisen und beschädigte Dächer. Auch zahlreiche Autos wurden durch herabfallende Gegenstände in Mitleidenschaft gezogen.

Betroffen waren auch Urlauberhochburgen wie Cala Ratjada, Sa Coma und Cala Millor. In Capdepera wehten die Windböen Teile des Daches der Sportanlage und des Schwimmbads herunter und richteten großen materiellen Schaden an.

"Goodbye Deutschland"-Auswanderer Steff Jerkel zeigt das Ausmaß des Sturmtiefs "Juliette" in Cala Ratjada auf Mallorca

MZ

Zahlreiche Straßen mussten wegen Überschwemmungen oder umgestürzten Bäumen zeitweise gesperrt werden. Um 18 Uhr waren noch die Ma-4011 (Km 0 bis 5,26, bei Felanitx), die Ma-4042 (Km 5 bis 6, in Capdepera) und die Ma-3321 (Km 0 bis 10,81, zwischen Manacor und Son Serra de Marina) gesperrt.

Teile der Mehrzwecksportanlage in Cala Ratjada auf Mallorca wurden zerstört

Teile der Mehrzwecksportanlage in Capdepera auf Mallorca wurden zerstört / privat

Regenrekord in Sant Llorenç

In Sant Llorenç des Cardassar wurde mit 165,7 Litern pro Quadratmeter die höchste Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden seit Beginn der Aufzeichnungen registriert. In Manacor fielen im gleichen Zeitraum 128,5 Liter pro Quadratmeter vom Himmel, in Artà waren es 127,5 Liter. In Felanitx fielen 114 Liter pro Quadratmeter, in Son Servera 110,6 und in Portocolom 103,8.

Auch die Sturzbäche im Inselosten konnten den Regenfällen nicht immer standhalten. So traten unter anderem der Torrent Sa Vall (Manacor), sowie der Sturzbach nahe dem Industriegebiet von Artà über die Ufer. Auch die Sturzbäche von Canyamel und Cala Mesquida sorgten örtlich für Überschwemmungen.

Das Unwetter ist noch nicht vorbei. Noch bis 3 Uhr morgens gilt an der gesamten Ostküste Warnstufe Orange wegen hoher Wellen, danach wird die Warnstufe auf Gelb herabgestuft. Bis Mitternacht warnt der staatliche Wetterdienst Aemet zudem vor starken Windböen und Niederschlägen. Spaziergänge an der Küste sind in jedem Fall zu vermeiden.

Ein wenig Schnee war auch dabei

"Juliette" brachte den Menschen in Felanitx Schnee, der sogar liegen bleibt

"Juliette" brachte den Menschen in Felanitx Schnee, der sogar liegen bleibt / Bruno Lanzendörfer

Eine weiße Überraschung erlebten derweil die Menschen rund um Felanitx. Hier fielen tatsächlich Schneeflocken, an einigen Stellen blieb der Schnee sogar zentimeterhoch liegen, wie zahlreiche Fotos in den sozialen Netzwerken belegen.

Neben Fotos von Menschen, die sich über den Schnee freuen und Schneeballschlachten veranstalten, dominieren die negativen Nachrichten: "Rund um Felanitx kam es Montag zu stundenlangem Stromausfall", schreibt beispielsweise MZ-Leser Ulrich Gescher. "Gegen 22 Uhr war der Strom dann nach circa fünf Stunden endlich wieder da. Aber zu früh gefreut. Auch jetzt noch kommt es immer wieder zu minutenlangen Stromausfällen", so Gescher am Dienstagmittag. /pss/sm/bc

Weiße Überraschung mitten in Felanitx auf Mallorca

Weiße Überraschung mitten in Felanitx auf Mallorca / DM

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