Hundert Wohnmobile mit rund 300 Personen an Bord haben am Samstagnachmittag (6.5.) in den Straßen von Palma de Mallorca demonstriert. Sie fordern Plätze zum Campen und Übernachten und verlangten Lösungen für eine Situation, die sie als "unhaltbar" und "ungerechtfertigt" betrachten.

Die Kundgebung begann gegen 17 Uhr im Carrer del Camp de Déu, beim Brico Depot. 90 Minuten später setzten sich die Wohnmobile in Bewegung. Die Route der Demo führte über die Straßen Carrer Manacor, Avingudes, Indústria, Passeig Marítim und zurück zum Ausgangspunkt im Gewerbegebiet Son Malferit.

"Plätze ja, Gefängnisse nein"

"Sie behandeln uns wie Kriminelle, sie sagen, wir konsumieren nichts und lassen Müll zurück. Aber die Verantwortungslosen sind die Leute in der Regierung, die aus Unwissenheit oder Passivität nichts tun, um unsere Situation zu verbessern", sagte José Antonio de los Ríos, seit 17 Jahren Wohnmobil-Camper.

Während des etwa 40-minütigen Protests hingen an den Fenstern der Wohnmobile allerlei Transparente, die "Plätze ja, Gefängnisse nein", "für die Rechte der Wohnmobil-Camper" oder "Vorschriften ja, Verbote nein, Qualitätstourismus" forderten.

Die Demonstranten haben Schilder an ihren Wohnmobilen aufgehängt. Manu Mielniezuk

Mallorca sei der Ort mit den meisten Einschränkungen in Spanien, sagte Javier Fuster, der seit sieben Jahren Wohnmobil-Urlauber ist. "Was wir dringend brauchen, was wir jetzt fordern, sind Plätze zum Übernachten, mit einer Begrenzung auf 72 Stunden. Außerdem brauchen wir Orte, wo wir Abwassertanks leeren und frisches Wasser holen können", so Fuster. Aktuell ist das nur auf dem Wertstoffhof im Gewerbegebiet Son Castelló und in Son Servera möglich.

Es war nicht die erste Demonstration dieser Art, und wird sicher nicht die letzte sein. Die Wohnmobil-Urlauber betonten, dass ihre Gemeinschaft, die das Campen im Wohnmobil als eine Lebensart betrachtet, immer weiter wächst und für ihre Rechte kämpfen wird. /bro