Mallorca Zeitung

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Pisa-Studie: So schneiden die Schüler auf Mallorca im Vergleich zu Deutschland ab

Auch auf den Balearen haben sich die Leistungen im Zuge der Pandemie verschlechtert

Werden die Klassen vielleicht bald nach der Unterrichtssprache getrennt? | FOTO: DM johannes krayer

Die Leistungen der Schüler auf Mallorca haben sich verschlechtert, insbesondere in den Bereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften. Das geht aus der neuesten PISA-Studie hervor, deren Ergebnisse am Dienstag (5.12.) vorgestellt worden.

Die Entwicklung auf den Balearen ist demnach ähnlich der in ganz Spanien und wird in erster Linie auf die Folgen der Pandemie zurückgeführt, wegen der Präsenzunterricht in großem Umfang ausfiel. Allerdings haben sich die Noten der Schüler auf den Inseln weniger stark verschlechtert als beispielsweise in Katalonien oder im Baskenland, Regionen, die in der Vergangenheit mit die besten Ergebnisse aufwiesen.

So viele Punkte wurden erreicht

Auf den Balearen haben an dem Test knapp 2.000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren an 53 Schulzentren teilgenommen. Hatten sich die Ergebnisse bei der Studie im Jahr 2018 verbessert, insbesondere im Fach Mathematik, wurde nun ein Rückschritt festgestellt, die erreichte Punktzahl sank um zwölf von 483 auf 471. Zum Vergleich: Landesweit betrug das Minus acht Punkte, in Katalonien 21 Punkte, im Baskenland 16 Punkte.

Bei den Lesekompetenzen erreichten die Schüler auf den Balearen 472 Punkte, sieben weniger als bislang (landesweit: 474 Punkte, Minus 4). Am geringsten fiel das Minus in den Naturwissenschaften aus, in diesem Bereich wurden 480 Punkte erreicht, zwei weniger als beim letzten Mal (landesweit: 483 Punkte, Minus 2).

Vergleich mit Deutschland

Im Vergleich zu Deutschland, wo ein neuer Pisa-Schock verdaut werden muss, schneiden die Balearen-Schüler weiterhin schlechter ab, allerdings ist der Abstand deutlich geschrumpft. In Mathematik stürzten die Schülerinnen und Schüler in Alemania besonders ab, sie erreichten einen Punktwert von 475 - das sind 25 weniger als beim vorherigen Test und nur vier Punkte mehr im Vergleich mit den Balearen. Im Lesen kamen die deutschen Schüler auf 480 (2019: 498) und damit auf acht Punkte mehr als auf den Inseln, in den Naturwissenschaften auf 492 (2019: 503), und damit auf zwölf mehr als auf den Inseln.

Ein einfacher Test wird in der Schule meist als „prueba“ bezeichnet, eine Prüfung als „examen“. | FOTO: JESÚS DIGES TOM Gebhardt

Der EU-Durchschnitt liegt im Fach Mathematik bei 474 Punkten, im Lesen bei 475 Punkten und in den Naturwissenschaften bei 480 Punkten.

Reaktionen

"Diese Ergebnisse gefallen uns nicht", so der balearische Bildungsminister Antoni Vera in einer ersten Stellungnahme, auch wenn man damit im spanienweiten Trend liege. Man werde zusammen mit allen Beteiligten im Bildungssektor die nötigen Maßnahmen besprechen. Vertreter von Gewerkschaften warnten davor, die Ergebnisse allen auf Corona zurückzuführen, es seien mehr Investitionen in die Bildung nötig.

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