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Von Panzern bis Prostituierten: Was sich alles hinter dem spanischen Wort "leopardo" versteckt

"Leopardo" heißt Leopard und setzt sich aus "el león" (Löwe) und "pardo" (Panther, dunkel) zusammen

Auf jeden Fall sympathischer als der Kampfpanzer: Amurleoparden im Zoo Leipzig. | FOTO: HENDRIK SCHMIDT/DPA

Dass wir diese Tage oft das Wort „Leopard“ hören, liegt leider nicht an der seltenen Großkatze (die Unterfamilie der Katzen heißt auf Spanisch übrigens los panterinos), sondern an dem nach den leopardos benannten „Kampfpanzer“ (el tanque de guerra, el carro de combate) deutscher Bauart. Auch Spanien hat solche Panzer (los tanques) und wird sie an die Ukraine (Ucrania) liefern.

Sprachlich interessant ist der Ursprung des Wortes Leopard, das sich vom altgriechischen (leopardos) ableitet, das sich aus leo (Löwe) und pardos (Panther) zusammensetzt. Übersetzt wäre der leopardos so etwas wie dunkelfarbiger Löwe. Und dieser Ursprung ist im Spanischen noch erhalten, denn hierzulande ist der Löwe el león, und das Wort pardo bedeutet so viel wie „braun“, „erdfarben“, „gedeckt“ oder „dunkelfarbig“. Auch der „Gepard“ (el guepardo) hat übrigens diesen Ursprung, er ist un gato (Katze) pardo (erdfarben).

Spanisch lernen mit der MZ: Mit dunklen Fransen "rumhuren"

Dem spanischen Adjektiv pardo begegnen wir auch in anderen Wendungen. Der oso pardo ist ein „Braunbär“. Kleidet sich jemand in colores pardos, so sind es „gedeckte Braun- und Grautöne“. Ein Mensch de ojos pardos ist „braunäugig“. Die nubes pardas sind „düstere Wolken“. Einen „trüben Tag“ können wir als un día pardo bezeichnen. Und una voz parda ist eine „stumpfe / klanglose Stimme“.

Schwierig zu übersetzen ist die von Spaniern ziemlich regelmäßig benutzte Redewendung liarla parda. Je nach Zusammenhang heißt das so viel wie „großes Chaos anrichten“, „etwas total versauen“, sich „total blamieren“ oder aber auch „auf einer Party die große Sause machen und schließlich von jemandem abgeschleppt werden“.

Auch wenn sich der Ausdruck liarla parda im heutigen Spanisch durchaus jugendlich anhört, geht er eigentlich wohl auf ein sehr altertümliches Spanisch zurück: Früher schrieb es die Standes- und Kleiderordnung Prostituierten vor, Kleider mit dunklen Fransen (picos pardos) zu tragen. Der Ausdruck andarse de picos pardos oder auch irse de picos pardos bedeutete also so etwas wie „rumhuren“. Im weiteren Sinne bezeichnet die Redensart auch, nichts Vernünftiges im Leben zu tun, sondern sich dem Vergnügen hinzugeben.

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