Mallorca Zeitung

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Auswandern nach Mallorca: So hat Moderatorin Birgit Schrowange für das Alter vorgesorgt

TV-Moderatorin Birgit Schrowange im MZ-Gespräch über das Altern, warum sie beinahe Schauspielerin geworden wäre und wie gut ihr Mallorca tut

Moderatorin Birgit Schrowange beim MZ-Interview auf Mallorca im Januar 2024. Nele Bendgens

Mallorca und die Deutschen – eine unerschütterliche Liebe. Dieser „Virus“ hat auch Moderatorin Birgit Schrowange erfasst. Noch leicht angeschlagen von einem anderen Virus, der auf der Insel gerade zu einer Welle an Erkrankungen führt, kommt die bekannte Fernsehjournalistin zum Termin mit Herztat und der MZ am bis dahin kältesten Tag des Winters. Und sieht dennoch umwerfend gut aus.

Ihr Teint ist beinahe faltenfrei und ihre stechend blauen Augen leuchten im Kontrast zum natürlich grauen Haar. Mit dem hatte die Sauerländerin erst 2017 eine Debatte ausgelöst. Eine Frau mit natürlich ergrautem Haar im Fernsehen: Das sorgte für Diskussionsstoff. Für Schrowange, die bis dahin seit 30 Jahren Woche für Woche nur als Brünette bekannt war, tatsächlich ein ungewohntes Bild. Doch sind Moderatoren im Fernsehen auch nur Menschen und graue Haare ein Zeichen des natürlichen Alterungsvorganges, der uns alle betrifft. Ob im Zuge der Frauenbewegung oder einfach als Typveränderung: Schrowange setzte ein Zeichen und fand nach dem Hype im Netz etliche weibliche Nachahmer.

Schrowange machte Ausflüge in die Schauspielerei

Man mag es kaum glauben, aber die adrette Frau gilt mit ihren 65 Jahren als „Seniorin“. Optisch sieht man ihr das Alter nicht an, im Gespräch wird jedoch klar, dass sie sich Gedanken zum Thema Altern macht und keinesfalls gedankenlos in ihren Ruhestand geschritten ist. Schrowange, die in Brilon-Nehden (NRW) zur Welt kam, hatte ihre Fernsehkarriere 1978 als Redaktionsassistentin beim WDR begonnen. Schon bald bewies sie, zunächst als Programmansagerin im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, ihr Talent vor der Kamera. 1994 wechselte sie zum Privatsender RTL, dem sie 25 Jahre lang als Moderatorin von Magazinen wie „Extra“ und „Life“ treu blieb. Ihre Karriere beendete sie schließlich offiziell bei Sat.1.

In ihrer Anfangszeit beim Fernsehen wollte sie eigentlich Schauspielerin werden, nahm dafür auch Unterricht. „Ich hätte aber meinen Moderatorenjob aufgeben müssen.“ Sie entschied sich dagegen. Als Schauspielerin müsse man so wahnsinnig früh aufstehen und stundenlang warten, sagt sie scherzhaft. „Ich glaube, ich habe mich richtig entschieden.“ Dabei hätten ihr die Ausflüge in die Schauspielerei immer Spaß gemacht. „Ich hatte eine Hauptrolle in ‚Klinik unter Palmen‘, war schon Prostituierte, war Leiche …“, sagt sie. „Bald werde ich 66, da will ich auch mal entspannt nichts tun.“

Schrowange plädiert für frühe Vorsorge

Planen fürs Alter sei für sie ein wichtiges Thema. „Ich sorge schon lange vor“, sagt Birgit Schrowange. „Ich habe schon mit 17 bei meinem ersten Job begonnen, mir monatlich Geld wegzulegen.“ Das habe sie auch von Geburt an für ihren 23-jährigen Sohn Laurin gemacht, den sie aus der Beziehung mit TV-Moderator Markus Lanz hat. Und das würde sie auch allen jungen Leuten raten: Nicht einfach alles auf sich zukommen lassen.

Und vielleicht auch: sich immer wieder ausprobieren. Neben den Moderationen und der Schauspielerei stand Schrowange immer wieder auch als Sängerin auf der Bühne. Zuletzt wagte sie sich 2022 im Rahmen der TV-Sendung „Unser Mallorca“ sogar an den Ballermann. Gemeinsam mit Schlagersänger Mickie Krause trat sie im Megapark auf – und wurde nicht ausgebuht. Das sei eine ihrer größten Bedenken gewesen, erinnert sie sich. Ideen für eigene Schlagersongs hat sie bereits. Vielleicht trete sie demnächst auch einem Chor bei.

Mit ihrem Mann, dem Schweizer Geschäftsmann Frank Spothelfer, der sie zum Interview begleitete, lebt sie in einer Apartment-Anlage in Santa Ponça. Sie und der 57-Jährige hatten erst im Sommer 2023 auf dem Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 2“ geheiratet, nachdem sie sich auch bei einer Schiffsreise kennenlernten. Mit Lanz war sie nie verheiratet. Wieder setzte Schrowange ein Zeichen: Für die erste Ehe ist es nie zu spät.

In der Medienlandschaft habe sich viel geändert

Ob sie Berichterstattung über sich von Mallorca aus anders wahrnimmt, verneint sie. Sie mache auch keinen Medien-Detox. Eher im Gegenteil: „Mein Mann schimpft immer mit mir, weil ich so oft Nachrichten sehe und lese und mich aufrege“, sagt die 65-Jährige. Auch Sendungen wie „Extra“ schaue sie noch. „Es hat sich thematisch viel geändert“, sagt sie in Bezug auf ihre Redaktionszeit und erzählt stolz, dass man damals echte Skandale aufgedeckt habe.

Und Mallorca? Obwohl Birgit Schrowange schon viele Jahre auf die Insel kommt, ist sie immer wieder von ihrer Schönheit erstaunt. Sie schwärmt: „Man schaut ja auch nur auf Grün und Palmen ... wunderschön. Vor allem der Winter ist toll. Oktober, November und Dezember sind meine Lieblingsmonate hier.“

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