Meinung | DER INSELDUDEN
Der Lohn des Mönches
MZ-Kolumnis Jan lammerst macht sich in dieser Woche Gedanken ums Geld und die Bezahlung

Geldscheine in einem Portemonnaie. / | SYMBOLBILD: PATRICK PLEUL/DPA
Lohn, Bezahlung für geleistete Arbeit
Der ursprünglich aus dem finanztechnischen Sektor stammende Begriff wird in einer Vielzahl von Redewendungen unterschiedlicher Sprachen für die Frage verwendet, ob sich etwas lohnt. Dem Mallorquinischen ist es gelungen, dies in eine Formel von vier Worten zu kondensieren: „Wie die Arbeit, so der Lohn“ (Tal feina, tal paga). Der in der Überschrift zitierte Buchtitel des US-amerikanischen Satirikers Bitter Pierce verdeutlicht anschaulich den Preis einer charakterlich einwandfreien, gesellschaftlich allerdings nur schwer aufrechtzuerhaltenden Position: „Dilemma: der Lohn der Konsequenz.“ Wie in nahezu allen Lebensbereichen führt der Umkehrschluss zu einem interessanten Ergebnis: „Kein Übel ist ohne Lohn“ – eine lohnenswerte Gegenleistung für eine geduldige Hinnahme laut dem römischen Stoiker Seneca im ersten Jahrhundert nach Christus.
Die deutsche Warnung sich nicht zu früh zu freuen, sondern stets auf der Hut zu sein, bezieht sich unter anderem auf handgreifliche Auseinandersetzungen, die teilweise erst nach Monaten in einem geeigneten Moment vergolten werden: „Nicht jede Lohnzahlung erfolgt im Monat Juni“ (No totes ses pagues cauen pel mes de juny). Der deutsche Geschichtsphilosoph August Arnold fand eine Formel für ein vorbildhaftes Leben: „Der Lohn der Tugend ist die innere Ruhe“ – in der Theorie ebenso unwiderlegbar wie einfach anmutend, in der praktischen Umsetzung jedoch wesentlich schwieriger. Von der Kanzel christlicher Gotteshäuser wird um finanzielle Spenden gebeten, die mit routinierter Selbstverständlichkeit entgegengenommen werden, worauf sich auf der Insel ein geflügeltes Wort bezieht: „Danke ist der Lohn des Mönches“ (Gràcies és paga de frare). Da der Wandel meist langsam voranschreitet, wird häufig an die Geduld der Schäfchen appelliert, wie es im jüdischen Talmud heißt: „Der Lohn guter Werke ist wie Datteln: spät reifend und süß.“
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