Die französische Polizei hat, wie erst jetzt bekannt geworden ist, am Sonntag (20.8.) zwei weitere mutmaßliche Beteiligte an einer Gruppenvergewaltigung auf Mallorca festgenommen. Eine 18-jährige Britin soll am 14.8. in einem Hotel in Magaluf von einer französischsprachigen Gruppe vergewaltigt worden sein. Wenige Stunden später nahm die Guardia Civil auf Mallorca fünf Franzosen und einen Schweizer fest, die mittlerweile ohne die Möglichkeit auf Kaution in Untersuchungshaft sitzen.

Die nun Festgenommenen waren nach Baden-Baden geflogen

Laut der Frau sollen insgesamt acht Männer an der Tat beteiligt gewesen sein. Die beiden nun Festgenommen sollen nach Baden-Baden geflogen sein, um von dort aus ins Elsass zurückzukehren. Die Guardia Civil hatte bei Europol einen internationalen Haftbefehl beantragt. Eine der Festnahmen erfolgte in Scherwiller, die andere am Flughafen Basel Mulhouse Freiburg. Der Mann habe von dort in die Türkei fliegen wollen, so die Ermittler.

Es ist bereits die zweite mutmaßliche Gruppenvergewaltigung, die auf Mallorca in diesem Jahr internationales Aufsehen erregt. Fünf Urlauber aus Nordrhein-Westfalen sitzen seit Mitte Juli in Untersuchungshaft. Sie sollen eine Deutsche an der Playa de Palma vergewaltigt haben.

Was geschah in der Nacht vom 12. auf den 13. Juli?

Am Abend des 12. Juli, einem Mittwoch, ging die junge Frau mit ihren Freundinnen an der Playa de Palma aus. Dort lernte sie einen der später festgenommenen Männer kennen. Der Mann und die Frau kamen sich näher. Nach MZ-Informationen aus Ermittlerkreisen hatten sie einvernehmlichen Sex am Strand. Später lud der Mann die Frau in sein Hotel ein. Da sie aber dort nicht als Gast registriert war, ließ man sie nicht rein.

Daraufhin schlug der Mann vor, in das benachbarte Hotel zu gehen, wo seine Freunde ein Zimmer sowie ein Apartment gemietet hatten. Bei dem Hotel handelte es sich um ein Hotel in dritter Meereslinie zwischen Bierkönig und Megapark.

Ein Ermittler der Nationalpolizei am Freitag (14.7.) vor dem Hotel Occidental an der Playa de Palma B. RAMON

Auf dem Zimmer 323 sollen das Paar gemeinsam mit zwei weiteren Beschuldigten erneut einvernehmlichen Sex gehabt haben. Später sollen auch noch die anderen beiden Männer hinzugekommen sein. Im Folgenden sei sie gegen ihren Willen zu weiterem Geschlechtsverkehr gezwungen worden, wie die Frau später gegenüber der Polizei und dem Ermittlungsrichter aussagen wird. Sie habe das zwar in dem Moment nicht gesagt, aber keinen Sex mehr gewollt, soll sie bei ihrer Vernehmung vor Gericht gesagt haben.

Einer der Männer filmte das Geschehen mit seinem Handy. Das Video liegt der Polizei vor, was genau darauf zu sehen ist, ist unklar. Ob und wann es zu einem Übergang zwischen einvernehmlichen und erzwungenen Geschlechtsverkehr kam, dürfte eines Tages Gegenstand eines Gerichtsverfahrens sein - ebenso wie die Frage, wie sich die Männer im Einzelnen verhielten. Auch wer dem Opfer bei einer Vergewaltigung nicht zur Hilfe eilt, macht sich strafbar.

Laut dem Polizeibericht flüchtete sich die Frau nach dem Sex in das Badezimmer. Mindestens einer der Männer soll das Geschehen daraufhin bereut und die Frau in ihr Hotel begleitet haben. Die Rezeption dort rief die Polizei an. Die Beamten aktivierten das Notfallprotokoll und brachten die Frau ins Krankenhaus Son Llàtzer, wo eine Ärztin sie auf Spuren von sexueller Nötigung untersuchte.

Die Polizei nahm fünf Männer noch in derselben Nacht fest. Die Festnahme einer weiteren Person, vermutlich des jungen Mannes, der in einem anderen Hotel untergebracht war, wurde erst am Tag darauf bekannt.