Nachdem eine fünfköpfige Familie am Mittwoch (4.10.) die Schule IES La Ribera an der Playa de Palma auf Mallorca gestürmt hat, will das balearische Bildungsministerium nun der Einrichtung mehrere Wochen lang eine private Sicherheitsfirma zur Seite stellen, die ähnliche Vorkommnisse verhindern soll. Die Schulleitung hatte im Ministerium um die Entsendung von Security-Mitarbeitern gebeten. Unterdessen wurden die festgenommenen Familienmitglieder gegen eine Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt, bis sie vom Gericht zur Aussage zitiert werden.

Bei einem Treffen zwischen Vertretern des Bildungsministeriums, der Schule und dem Institut für Zusammenleben und schulischen Erfolg (Convivèxit) wurde der Schule versprochen, dass die Security-Firma ihre Arbeit bereits in den nächsten Tagen aufnehmen und mindestens die kommenden Wochen für Ordnung an der Schule sorgen soll.

Das Erlebte soll aufgearbeitet werden

Die Vertreterin von Convivèxit erklärte bei dem Treffen, dass nach der Attacke ab Montag (9.10.) Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler das Erlebte aufarbeiten werden.

"Pau - Frieden" wünscht man sich nun an der IES La Ribera an der Playa de Palma. Irene R. Aguado

Die Vertreter des Bildungsministeriums wiederum prangerten den Angriff der Familie auf den Teenager in der Schule scharf an. Man verurteile "jede Art von Gewalt", hieß es am Rande des Treffens.

Gewerkschaften fordern mehr Engagement gegen Gewalt

Ebenso äußerten sich in den zurückliegenden Stunden auch Bildungsgewerkschaften. CCOO etwa forderte wirksame Präventionsarbeit, um in Zukunft derartige Attacken zu verhindern. Die Sicherheit und die Gesundheit der Lehrkräfte sowie der Schüler müssten gewährleistet sein und dafür brauche es mehr Einsatz und Geld.

UOB Ensenyament erklärte, man toleriere keinen Angriff auf Lehrer. Das Verhalten mancher Familien sei "komplett inakzeptabel". Die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer werde durch derartige Aktionen "diffamiert", auch weil die Behörden nicht entschieden genug dagegen vorgingen.

Die Gewerkschaft ANPE wiederum bot Lehrkräften, die in ähnliche Situationen kommen, Unterstützung und Beratung an, rechtlicher und psychologischer Natur.

Die Attacke am Mittwoch

Am Mittwoch (4.10.) war es in der Schule zunächst zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Schülern im Alter von 13 und 14 Jahren gekommen. Im Verlauf des Streits um einen Schuss mit einem Fußball trug einer der beiden eine blutende Lippe davon. Er verständigte seine Familie, die kurz darauf an der Schule vorstellig wurde und diese stürmte. Die fünf Familienmitglieder sorgten mit ihrem aggressiven Verhalten für Panik.

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Die zwei erwachsenen Brüder des Schülers machten den Widersacher ihres Familienmitglieds ausfindig, schlugen direkt auf ihn ein und verfolgten ihn, als er die Flucht ergriff. Sie prügelten ihn bewusstlos. Die Ärzte im Krankenhaus stellten fest, dass er sich bei der Attacke aber keine Knochen gebrochen hatte. /jk