Mallorca Zeitung

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Reiseanbieterin betrog Hochzeitspaare auf Mallorca: So dreist belog sie ihre Kunden

Ein Ehepaar berichtet, wie es wochenlang von der mutmaßlichen Betrügerin hingehalten worden war

Aus der Reise nach Mexiko wurde für das betrogene Paar nichts. DM

Im Fall um eine im Oktober 2023 auf Mallorca festgenommene Reiseanbieterin, die vor allem Hochzeitspaare um ihre Flitterwochen betrogen haben soll, werden immer mehr Details bekannt. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, sind seit Bekanntwerden der Festnahme weitere Anzeigen gegen die Frau gestellt worden. Ein Paar wurde sogar betrogen, als schon offiziell gegen die Frau ermittelt wurde.

Demnach hatte das Paar eine Reise nach Mexiko über die namhafte Agentur gebucht und 3.000 Euro als Anzahlung vorgestreckt. Wenige Tage vor dem Antritt teilte die Reiseanbieterin den Eheleuten mit, dass der Reiseveranstalter das Angebot suspendiert habe.

"Schickt mir eure Quittungen"

Das Geld gab es zunächst nicht zurück, aber sie versprach den Kunden, für eine Entschädigung zu kämpfen. Eine alternative Reise bot sie den beiden nicht an, schrieb aber: "Wenn ihr auf eigene Faust die Reise antretet, schickt mit bitte alle eure Quittungen, damit wir hinsichtlich einer Entschädigung Druck machen können." Gleichzeitig versuchte sie Mitleid zu heischen, indem sie den enttäuschten Reisenden erklärte, sie sei im Krankenhaus, weil sie eine Panikattacke gehabt hätte.

Wochenlang hielt sie ihre Opfer hin, schließlich schlug sie ihnen ein Treffen vor, um eine Lösung zu beprechen. Dieses fand aber nicht statt, weil sie kurz vorher mitteilte, einen Unfall erlitten zu haben. Sie schickte sogar Fotos, die dies belegen sollten. Weitere Treffen wurden ebenfalls immer wieder vertagt, bis die Eheleute Anzeige stellten. Später kam heraus: Eine Reise war nie gebucht worden.

Teile der betrogenen Summe zurückgezahlt

Als die Frau im Oktober festgenommen wurde, war von insgesamt 25 Geschädigten die Rede, die um rund 78.000 Euro gebracht wurden. Diese Summe dürfte sich deutlich erhöht haben, wenngleich das "Diario de Mallorca" keine konkreten Zahlen nennt.

Es heißt, die Frau habe mittlerweile Teile der betrogenen Summe an die Geschädigten zurücküberwiesen. Dabei sei sie von ihrer Familie finaziell unterstützt worden. /pss

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