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Mallorca Zeitung

Wegen Passagier-Abzocke: Gericht auf Mallorca verhängt ein Bußgeld von 24.000 Euro gegen Ryanair

Die Fluggesellschaft hatte von einem Passagier 180 Euro für die Korrektur seines Namens auf der Bordkarte verlangt

Bi Ryanair wird ab Freitag (24.6.) in Spanien gestreikt. Foto: Daniel Karmann/dpa

Die Fluggesellschaft Ryanair muss 24.000 Euro zahlen, weil sie von einem Passagier, der beim Eingeben seines Namens einen Fehler gemacht hatte, eine Gebühr von 180 Euro verlangte. Der Oberste Gerichtshof der Balearen hielt das für unverhältnismäßig, da es für Ryanair kein Problem sei, den Namen zu ändern. Das Gericht bestätigte somit eine Sanktion, die das balearische Verbraucherschutzbehörde zuvor verhängt hatte.

Der Passagier wollte von Mallorca aus abfliegen. Er zahlte für die Korrektur des Fehlers mehr als für das Flugticket. Bei der Korrektur des Namens machten die Ryanair-Mitarbeiter selbst einen Fehler, weswegen der Passagier am Ende mit der ersten fehlerhaften Version seines Namens durchgelassen wurde und den Flug wahrnehmen konnte. Trotzdem erstattete Ryanair dem Passagier das Geld nicht zurück.

Immer häufiger Bußgelder für Ryanair

Ryanair argumentierte im Laufe des Verfahrens, dass die Strafgebühr nicht unverhältnismäßig sei, konnte aber nicht darlegen, wieviel es die Fluggesellschaft kostet, einen Namen zu ändern. Das mit 24.000 Euro hohe Bußgeld erklärten die Richter mit dem erschwerenden Umstand der Wiederholung, da es immer wieder zu Fällen kommt, bei denen Ryanair Verbraucherrechte missachte.

Das balearische Verbraucherministerium verhängt in letzter Zeit häufig Geldstrafen gegen die Fluggesellschaft. Vor einigen Wochen bestätigte ein Richter in Palma ein weiteres Bußgeld in Höhe von 24.000 Euro, weil Ryanair sich geweigert hatte, das Datum eines Flugtickets für einen schwer erkrankten Passagier zu ändern, der an dem Reisetag nicht fliegen konnte.

Auch in dem Fall einer Frau, die wegen eines Fehlers auf der Ryanair-Website ihr Ticket nicht ausdrucken konnte und dann am Flughafen eine Gebühr von fast 180 Euro zu zahlen hatte, muss die Airline ein Bußgeld zahlen.

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