Beschlagnahmte Yacht "Tango" liegt jetzt im Club de Mar auf Mallorca
Das Luxusschiff des russischen Tycoons Viktor Wekselberg war seit April auf einer Werft festgesetzt

Die Yacht "Tango" in Palma de Mallorca. / Miguel Vicens
Elena Vallés
Die russische Yacht "Tango", die im April 2022 aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine von den Vereinigten Staaten beschlagnahmt wurde, hat ihren Standort gewechselt. Das Boot liegt nun an einem der größten Pontons des Club de Mar, wo nach einem Sommer mit kompletter Belegung jetzt ein Platz frei geworden ist.
Die Yacht von Viktor Wekselberg, einem Putin-nahen Tycoon wurde am Donnerstag (1.9.) von der Werft Astilleros de Mallorca abgeschleppt, wo sie bis Ende März repariert wurde und von wo aus sie nicht mehr auslaufen durfte, weil der Zoll sie zurückgehalten hatte. Tatsächlich ist das vollständig reparierte Luxusschiff insgesamt fünf Monate lang in der Werft geblieben und blockierte dort einen Platz, den andere Yachten für Reparaturen benötigt hätten.
USA halten die Yacht instand
Die Vereinigten Staaten kümmern sich um die Instandhaltung der Yacht und übernehmen die Kosten für den Liegeplatz im Club de Mar.
Die Operation zur Beschlagnahmung der "Tango" in Palma de Mallorca wurde gemeinsam von der Guardia Civil, dem FBI und den Homeland Security Investigations (HSI) durchgeführt. Die Agenten beschlagnahmten verschiedene Dokumente und Computergeräte, um zu beweisen, dass das Boot dem mit dem Kreml verbundenen Milliardär gehört.
Ermittlungen gegen Wekselberg
Wekselberg steht nicht auf der Liste der von der EU sanktionierten Oligarchen, aber er befindet sich auf dem Radar der USA, wo gegen ihn wegen Steuerbetrugs, Geldwäsche und Dokumentenbetrugs ermittelt wird. In Washington wird vermutet, dass der Tycoon den Besitz der Yacht verheimlicht haben könnte, um Sanktionen zu vermeiden.
Wekselberg gilt als einer der reichsten Männer Russlands. Nach Angaben des Magazins "Forbes" verfügt er über ein Vermögen von 9,3 Milliarden Euro und steht auf Platz 262 der Liste der reichsten Menschen der Welt. Ihm gehört das größte Aluminiumunternehmen der Welt, und er investiert in den Energie- und Telekommunikationssektor. 2018 war der Magnat schon einmal von den Vereinigten Staaten mit Sanktionen belegt worden, weil er zu Putins engen Vertrauten gehört. Sein Vermögen auf US-Territorium wurde beschlagnahmt, US-Bürger durften fortan keine Geschäfte mehr mit ihm machen.
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